Die Luxusgüterbranche beobachtet die neue High-Jewellery-Kollektion von Van Cleef & Arpels (VCA) genau. Das französische Haus präsentiert die Kollektion „Fascinating Egypt“ nach mehrjähriger Entwicklung. Sie umfasst rund 180 Stücke und nimmt Bezug auf die Egyptomania der 1920er Jahre sowie auf VCA-eigene Archive mit ägyptisch inspirierten Kreationen.
Die Rückkehr des Nils: VCA’s Ägypten-Kollektion
Van Cleef & Arpels präsentierte die High-Jewellery-Kollektion „Fascinating Egypt“ offiziell am 6. Juli während der Paris Haute Couture Week. Die Entwicklung der Kollektion erstreckte sich über mehr als vier Jahre.
Mit etwa 180 Kreationen ist die Kollektion vom alten Ägypten inspiriert. Sie greift die in den 1920er Jahren nach der Entdeckung des Tutanchamun-Grabes aufgekommene „Egyptomania“ auf. Zudem schöpft sie aus historischen Stücken aus dem Hausarchiv von Van Cleef & Arpels.
Catherine Rénier, CEO von Van Cleef & Arpels, erklärt, die Maison setze eine ägyptische Inspirationsgeschichte fort, die bereits in den 1920er Jahren begann. Die ägyptische Zivilisation biete aufgrund ihres Erhaltungszustands und der Vielzahl gefundener Überreste ein besonders tiefes Verständnis dieser Kultur.
Historische Wurzeln der Ägypten-Begeisterung
Die „Egyptomania“ erfuhr in Europa nach der Entdeckung des Tutanchamun-Grabes im Jahr 1922 einen deutlichen Aufschwung. Sie beeinflusste Mode und Dekorationskunst jener Zeit maßgeblich. Van Cleef & Arpels reagierte bereits in den 1920er Jahren auf diesen Trend. Zwischen 1923 und 1925 entstanden erste Schmuckstücke mit ägyptischen Motiven, die Art-Déco-Geometrie aufnahmen.
Ein „Egyptian Pattern“-Armband aus Platin mit Diamanten, Smaragden, Rubinen, Saphiren und Onyx aus dem Jahr 1924 gehört zur patrimonialen Kollektion des Hauses. Die Verbindung zu Ägypten vertiefte sich in den folgenden Jahrzehnten. Mitglieder der ägyptischen Königsfamilie erwarben in den 1930er bis 1950er Jahren Kreationen von Van Cleef & Arpels.
Im Jahr 1939 fertigte VCA eine Parure – ein Diadem, eine Halskette und Ohrringe – für die Hochzeit von Prinzessin Fawzia von Ägypten.
Jean Bienaymé, International Marketing and Communication Director bei Van Cleef & Arpels, betont, die Kollektion würdige, wie unterschiedliche Epochen Ägypten gesehen, interpretiert und neu erfunden haben.
Design und Handwerkskunst der neuen Kollektion
Die „Fascinating Egypt“-Kollektion verbindet Motive des alten Ägypten mit dem Erbe von Van Cleef & Arpels. Die Designer adaptieren Aspekte der Egyptomania des Art déco. Sie setzen unter anderem auf figürliche Gem-Clips und narrative „Paysage“-Armbänder.
In der Kollektion finden sich Motive wie Pharaonenfiguren, Papyrusblumen, Szenen aus dem täglichen Leben, Sphinxen, Amphoren, Straußenfedern, Hieroglyphen und Lotusblumen. Farbkontraste und grafische Rhythmen entstehen durch den Einsatz von Smaragden, Saphiren, Rubinen, Onyx und Diamanten. Dies entspricht der typischen Ästhetik der 1920er Jahre.
Transformierbare Designs ermöglichen verschiedene Trageweisen. Ein Beispiel ist die „Ornement de Saphir“-Halskette. Sie verfügt über einen 6,59 Karat Saphir aus Sri Lanka und Lapislazuli-Elemente, die sich in mehrere Konfigurationen umwandeln lassen.
Beispiele aus der Kollektion umfassen:
- Die „Beauté Légendaire“-Halskette. Berichte zur Kollektion erwähnen hier einen kissenförmigen Fancy Vivid Yellow-Diamanten von über zehn Karat.
- Das „Paysage Royal“-Armband. Diese Manschette aus 18K Gelb- und Weißgold ist mit Smaragden, Rubinen, blauen und pinken Saphiren, Onyx und Diamanten besetzt.
- Der „Muse Éternelle“-Clip. Er wird als Hommage an Kleopatra beschrieben.
- Die „Pharao-Clips“. Sie stellen Pharaonen mit realistischen Kopftüchern und Doppelkronen dar.
- Die „Fragment-Clips“, beispielsweise der „Fragment magnifique“. Sie zitieren archäologische Artefakte; der „Fragment magnifique“ enthält einen 5,51 Karat kissenförmigen Saphir aus Madagaskar.
Weitere in Berichten genannte Stücke sind etwa „Équilibre sacré“-Ohrringe, „Rivage Égyptien“-Halskette, „Fleur de Lotus Mystérieuse“-Clip, „Déesse Ailée Mystérieuse“, „Vénus Égyptienne“-Clip und „Source du Désert“-Clip. Sie alle sind mit den jeweils in Quellen genannten Edelsteinen und Details versehen.
Jedes Stück der Kollektion trägt laut Angaben drei Hieroglyphen, die die Initialen V. C. A. bilden. Die verwendeten Materialien reichen über Gold, Diamanten, Rubine, Smaragde, Onyx und Saphire hinaus. Sie schließen Karneol, Lapislazuli, Türkis, Perlen, Korallen, Malachit, Rubellit, Turmaline und Bergkristall ein.
Die Fertigung erfordert aufwendige Handwerksarbeit. Berichte nennen für einzelne Stücke bis zu 4.000 Arbeitsstunden oder eine Fertigungsdauer von bis zu zwei Jahren. Eine Halskette erforderte bis zu 200 verschiedene Werkzeuge.
Ausblick und Marktrelevanz
Die „Fascinating Egypt“-Kollektion von Van Cleef & Arpels verbindet historisch inspirierte Referenzen mit aufwendiger Handwerkskunst. Die mehrjährige Entwicklungsphase und die umfangreiche Präsentation verdeutlichen die erhebliche Investition des Hauses in diese Kollektion.
Die tatsächliche Rezeption und die Verkaufszahlen der Kollektion werden in den kommenden Monaten Aufschluss über ihren Markterfolg geben. Branchenbeobachter werden verfolgen, inwieweit diese historische Neuinterpretation die Position von VCA im Luxussegment weiter festigt.







