Ein neues Buch verspricht, bislang unbekannte Facetten von Dave Thomas, dem Gründer der Fast-Food-Kette Wendy’s, zu beleuchten. Denny Lynch, ehemaliger Senior Vice President of Communications bei Wendy’s und 34 Jahre im Unternehmen tätig, hat „Call Me Dave“ verfasst. Die Veröffentlichung ist für August 2026 angekündigt.

Laut Autor fließen die Erlöse aus dem Buch an die Dave Thomas Foundation for Adoption.

Aufstieg zum Fast-Food-Millionär

Dave Thomas gründete Wendy’s im Jahr 1969. Bereits ein Jahr zuvor, 1968, war er Millionär geworden. Dies gelang ihm, nachdem er vier erfolglose Kentucky Fried Chicken-(KFC-)Restaurants in Columbus übernommen, zwei weitere eröffnet hatte und diese sechs Franchises später an KFC verkauft hatte. Das erste Wendy’s-Restaurant öffnete 1969 in Columbus, Ohio, an der Adresse 257 E. Broad St.

Zu den bekannten Produkten der Marke zählen eckige Hamburger-Patties und das gefrorene Dessert „Frosty“, das es seit 2006 auch in Vanille gibt. Ungewöhnlichere Beilagen wie Ofenkartoffeln und Chili ergänzen das Angebot. Weltweit verfügt Wendy’s (Stand circa 2026) über rund 7.250 Restaurants. In den USA rangiert die Kette hinter McDonald’s und Burger King auf dem dritten Platz.

Adoptivkindheit und persönliche Prägung

In „Call Me Dave“ beschreibt Lynch Details zu Thomas’ Kindheit und Familiengeschichte. Thomas wuchs als Adoptivkind auf und fühlte sich laut Recherche zeitlebens dadurch stigmatisiert. Seine Adoptivmutter Auleva Thomas starb, als er fünf Jahre alt war. Sein Adoptivvater Rex Thomas wird in der Darstellung als vernachlässigend und körperlich strafend beschrieben.

Wendy Thomas, die Tochter von Dave Thomas und Namensgeberin der Kette, schrieb das Vorwort zu „Call Me Dave“. Sie hält fest: „Dad omitted many of the sadder details [of his life] because he didn’t want to hurt his adoptive father or extended family. But times have changed, and people want to learn how to succeed when you start from nothing.

And it’s important that we share the good and the bad, because our dad overcame many difficult struggles and stressful years to achieve his boyhood dream.“ 1992 gründete Dave Thomas die Dave Thomas Foundation for Adoption, die von der Wendy’s Corporation unterstützt wird. Die Erlöse aus dem Verkauf von „Call Me Dave“ kommen dieser Stiftung zugute.

Vom Unternehmer zum Werbegesicht

Lynch berichtet, dass Werbefachleute anfangs skeptisch auf Thomas’ Auftritte reagierten. Ein Kritiker bezeichnete ihn als „a steer in a half-sleeved shirt“. Ab 1989 trat Thomas jedoch regelmäßig in Werbespots von Wendy’s auf.

Lynch beschreibt ihn als „The wholesome father America fell in love with“. Charlie Rath, damals Chief Marketing Officer von Wendy’s, hatte Thomas als Werbegesicht vorgeschlagen.

Dave Thomas zog sich 1982 aus dem Tagesgeschäft zurück. Er starb 2002 im Alter von 69 Jahren an Leberkrebs. Bei seiner öffentlichen Aufbahrung am Hauptsitz von Wendy’s in Dublin nahmen laut Recherche Tausende Menschen teil. Burger King hisste aus diesem Anlass seine Flaggen auf Halbmast.

Die Muttergesellschaft firmiert seit 2011 als The Wendy’s Company mit Sitz in Dublin, Ohio. Die Aktien werden unter dem Kürzel WEN gehandelt. Der Schlusskurs der Aktie am 21. August 2026 lag bei 9,01 US-Dollar. Die Marktkapitalisierung betrug demnach rund 1,72 Milliarden US-Dollar. Für das vergangene Geschäftsjahr wird in der Recherche ein Umsatz von circa 2,20 Milliarden US-Dollar genannt.

Ausblick

„Call Me Dave“ bietet einen detaillierten Blick auf das Leben von Dave Thomas und die Werte, die die Marke Wendy’s prägen. Die Veröffentlichung des Buches im August 2026 wird Aufschluss über bisher unbekannte Aspekte seiner Biografie geben und somit das Bild des Gründers und seiner Unternehmung abrunden. Beobachter erwarten weitere Einblicke in die frühen Jahre der Fast-Food-Industrie sowie die persönlichen Herausforderungen, denen Thomas begegnete.