Zoom startet Doku-Reihe über Solo-Gründer
Zoom, bekannt für seine Videokonferenzlösungen, präsentiert die zehnteilige Dokumentarserie „Solopreneur 50“. Die Reihe begleitet fünf Stipendiaten und beleuchtet das Leben als Solo-Gründer. Die Serie verbindet ein intimes Porträt mit einem Leitfaden für heutige Solopreneure.
Wandel in der Gründerförderung
Das „Solopreneur 50“-Programm von Zoom startete als nationales Anerkennungs- und Förderprogramm. Die ursprüngliche Idee war es, das nächste Milliarden-Dollar-Unternehmen – ein sogenanntes „Unicorn“ – zu finden. Stattdessen wählte das Programm 50 Personen aus, die Unternehmen nach eigenen Vorstellungen aufbauen, angetrieben von ihren Leidenschaften, Missionen, familiären Prioritäten und dem Wunsch nach Wirkung.
Kimberly Storin, CMO von Zoom, kommentierte die Entwicklung: „Wir haben uns in der Branche umgesehen und eine Gelegenheit erkannt, uns auf den Solo-Gründer zu konzentrieren und möglicherweise sogar das nächste Milliarden-Dollar-Solopreneur-Unternehmen zu ermöglichen. Was wir fanden, war jedoch etwas viel Unglaublicheres. Diese Menschen und ihre Geschäfte sind zutiefst persönlich, und ihre Geschichten verdienten mehr als eine Pressemitteilung.“
Der Blogeintrag zur Dokumentarreihe erschien am 23. September 2026. Zoom stellte 30.000 US-Dollar an Stipendien für fünf ausgewählte Solo-Gründer bereit, um die nächste Phase ihrer Unternehmen zu finanzieren.
Die Auswahl der insgesamt 50 Geehrten erfolgte anhand von Kriterien wie Originalität, Leistung, Wirkung, Authentizität und Einfluss. Die Unternehmensgröße stellte dabei kein alleiniges Kriterium dar.
Zu den Unterstützungsleistungen für die Geehrten zählen monatliche Roundtables für Austausch und Lernmöglichkeiten sowie Zugang zu Zoom-Produkten und Support-Ressourcen. Die Dokumentarserie entstand in Zusammenarbeit mit dem Dokumentarfilmteam Moonshiner Media. Sie bietet den Stipendiaten eine breitere Plattform für ihre Arbeit und Perspektiven.
KI und Marktentwicklungen prägen Solo-Unternehmertum
Der Fokus auf Solopreneure steht im Kontext aktueller Marktentwicklungen. In den USA gingen in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 mehr als drei Millionen Anträge zur Unternehmensgründung ein, ein Anstieg von 16,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Künstliche Intelligenz (KI) wird dabei als Faktor genannt, der Eintrittsbarrieren für das Unternehmertum senkt.
Viele Tätigkeiten wie Design oder Marketing lassen sich inzwischen mit KI-Tools ausführen.
Zudem klassifizierte die Kommission für soziale Verbundenheit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Einsamkeit im Juni des Vorjahres als globale Gesundheitsherausforderung. Das Thema betrifft schätzungsweise jeden sechsten Menschen weltweit und wird mit rund 870.000 Todesfällen pro Jahr in Verbindung gebracht. Die WHO-Einschätzung eröffnet neue Geschäftsmöglichkeiten für Unternehmen, die Menschen offline zusammenführen.
Erfolgreiche Einzelunternehmer und der Weg zur Milliarde
Recherchen zeigen, dass Gründer mit stark personalisierten Ansätzen hohe Umsätze erzielen können. Desi Perkins gründete 2020 die Brillenmarke DEZI und finanzierte sie aus angesparten Einnahmen aus Marken-Deals. Am ersten Verkaufstag erzielte DEZI 2,5 Millionen US-Dollar Umsatz.
Beim ersten Nachschub wurden 3,6 Millionen US-Dollar erreicht. Eine erste Zusammenarbeit generierte sieben Millionen US-Dollar Umsatz innerhalb der ersten zwölf Minuten.
Bobbi Brown gründete 2020 Jones Road Beauty. Sie betont das Zuhören der Kunden und das Vertrauen auf den eigenen Instinkt. David Barnett startete 2014 PopSockets aus seiner Garage in Boulder, Colorado.
Das Unternehmen verkaufte nach vorliegenden Angaben über 300 Millionen Handygriffe in 200 Ländern. Ben Goodwin wird als Gründer von Olipop genannt. Er startete 2018 die Soda-Marke und betont das Lernen aus frühen Rückschlägen.
Auch aus dem KI-Sektor ergeben sich Beispiele. Ali Ansari baute sein KI-Rekrutierungsunternehmen Micro1 zu einem Anbieter für Trainingsdaten um. Eine Finanzierungsrunde von über 100 Millionen US-Dollar steigerte die Bewertung innerhalb eines Jahres auf vier Milliarden US-Dollar.
Die klinische KI-Plattform Heidi sicherte sich 340 Millionen US-Dollar in einer Serie-C-Runde und einer Wachstumsfinanzierung. Die Serie C bewertet Heidi mit 900 Millionen US-Dollar. Heidi wurde 2021 gegründet und steigerte seinen jährlichen wiederkehrenden Umsatz (ARR) innerhalb von 24 Monaten von einer Million auf 50 Millionen US-Dollar, Stand April 2026.
Heidi unterstützt 2,8 Millionen Patientenbesuche pro Woche in 190 Ländern und in 110 Sprachen. Das KI-Video-Startup Higgsfield schloss eine Serie-B-Runde über 400 Millionen US-Dollar mit einer Bewertung von 5,4 Milliarden US-Dollar ab.
Zudem nennt die Recherche Zhang Yiming, Gründer von ByteDance, dem Mutterkonzern von TikTok. Sein Vermögen stieg von 13 Milliarden US-Dollar im Jahr 2019 auf über 105 Milliarden US-Dollar im September 2026. KI-Wachstum, der Erfolg von TikTok und die Lösung regulatorischer Hürden in den USA begünstigten diese Entwicklung.
Diese Beispiele aus verschiedenen Branchen zeigen, wie persönliche Visionen, Nischenfokus und technologische Trends zu schnellen Wertsteigerungen und hohen Umsätzen führen können.
Ausblick auf eine neue Gründergeneration
Die Dokumentarreihe „Solopreneur 50“ positioniert Zoom als Beobachter und Förderer einer sich verändernden Gründerlandschaft. Die Serie bietet Einblicke in die individuellen Geschichten der Stipendiaten. Sie spiegelt gleichzeitig breitere Trends wider: die Rolle von Technologie bei der Demokratisierung des Unternehmertums, die Bedeutung persönlicher Missionen und die Möglichkeit, auch als Einzelperson oder kleines Team wirtschaftliche und gesellschaftliche Wirkung zu erzielen.
Investoren und Marktbeobachter dürften die Entwicklung der vorgestellten Solo-Unternehmen sowie Zooms Engagement in dieser Nische weiterhin aufmerksam verfolgen.







