Amazon Ads kooperiert mit OpenAI, um Werbedienstleistungen in ChatGPT zu integrieren. Diese Partnerschaft ermöglicht Werbetreibenden, Kampagnen von Amazon Ads über eine konversationelle Schnittstelle in ChatGPT zu erweitern. Ausgewählte US-Werbetreibende testen ChatGPT-Anzeigen derzeit im Rahmen eines Pilotprojekts.
Die Entwicklung ist Teil eines breiteren Trends der KI-Integration im E-Commerce und Marketing.
KI als Motor für Retail Media
Die Integration von KI in Werbedienstleistungen ist eine umfassende Entwicklung im Retail-Media-Sektor. Instacart hat den KI-gestützten Einkaufsassistenten „Clementine“ eingeführt. Mastercard erweitert zudem seine „Agent Suite for Merchants“ und startete „Agent Connect“ zur Skalierung des KI-gestützten Shoppings.
Auch DHL Group und Alibaba.com kooperieren, um KI-gestützte Logistiklösungen für kleine und mittlere Unternehmen zu verbessern.
Weitere Anbieter entwickeln Agenten- und Plattformlösungen, die Markenintegrität mittels KI schützen oder Markenrichtlinien automatisiert durchsetzen. Beispiele hierfür sind M11 Labs und R/GA. Die Datenlage zeigt eine starke Zunahme von KI-gesteuerten Empfehlungen: In der ersten Jahreshälfte 2026 stiegen diese global um 128 Prozent, während andere Empfehlungsquellen um lediglich 0,8 Prozent zulegten.
Für 2025 prognostizieren Experten ein Wachstum von 302 Prozent bei KI-Empfehlungen gegenüber 40 Prozent bei anderen Quellen.
Markenstrategien in der KI-Ära
Estée Lauder Companies (ELC) schloss eine Partnerschaft mit der KI-Marketingplattform Profound. Ziel ist es, die „Generative Engine Optimisation“ (GEO)-Funktionen und KI-Marketingfähigkeiten zu skalieren. Aude Gandon, Global Chief Digital und Marketing Officer bei ELC, betont die Neugestaltung der Produktsuche im Beauty-Bereich und die Absicht von ELC, diese Entwicklung mitzugestalten.
Die Kooperation soll es Marken im ELC-Portfolio erleichtern, konsistent und akkurat in KI-basierten Empfehlungen aufzutreten. James Cadwallader, CEO und Mitgründer von Profound, unterstreicht die Bedeutung des Markenverständnisses über KI-Kanäle für die Konsumentenansprache.
Google erweitert ebenfalls sein Angebot an KI-gestützten Shopping-Tools. Dazu gehören KI-Performance-Einblicke im Merchant Center und Funktionen des Universal Commerce Protocol (UCP).
Herausforderungen bei der KI-Adaption
Trotz des starken Wachstums der KI-Empfehlungen bestehen erhebliche Lücken bei der Verbreitung und Nutzung. Euromonitor berichtet, dass nur acht Prozent der 36.917 online operierenden Hautpflegemarken messbare KI-Empfehlungsaktivitäten verzeichneten. Bekannte Marken wie Helena Rubinstein platzieren sich im E-Commerce-Ranking deutlich besser als bei KI-Empfehlungen.
Euromonitor betont, Luxus- und Premiummarken benötigen eine Informationsarchitektur, die Produkte für Maschinen lesbar macht, ohne die emotionale Wirkung für Konsumenten zu verlieren.
Auch im europäischen Hotelmarkt ist die KI-Nutzung noch begrenzt. Laut der HOTREC-Studie nutzen derzeit etwa 26 Prozent der Hotels KI-Lösungen. Die Branche sieht sich zudem mit einer hohen Marktkonzentration bei Online-Reisebüros konfrontiert. Booking Holdings und Expedia Group kontrollieren zusammen über 85 Prozent der OTA-Buchungen in Europa.
Ausblick auf den Retail-Media-Markt
Albertsons Media Collective, der Retail-Media-Arm von Albertsons Companies Inc., stellte in Partnerschaft mit LiveRamp eine Messlösung namens „Retail Media Incrementality-Based Multi-Touch Attribution“ vor. Die Lösung soll Werbetreibenden helfen, die inkrementelle Wirkung von Medieninvestitionen über die Customer Journey zu messen. Liz Roche, VP of Media und Measurement bei Albertsons Media Collective, erklärt, die Lösung biete Werbetreibenden ein vollständigeres Leistungsbild und erhöhe Transparenz und Rechenschaftspflicht.
LiveRamp beschreibt die Kooperation als ersten Schritt, inkrementelle Messung über zuvor isolierte Kanäle hinweg zu liefern.
Die Partnerschaft von Amazon Ads mit OpenAI und die weiteren aufgeführten KI-Initiativen sind Bestandteil eines breiteren Trends. Dieser zielt darauf ab, KI- und datengetriebene Instrumente stärker in Werbe- und Handelsprozesse einzubinden. Ein spezifisches, kartengestütztes „geografisches Analyse-Tool“ von Amazon findet sich in den frei zugänglichen Quellen nicht.
Es bleibt offen, ob und wie ein solches Produkt existiert oder mit der genannten OpenAI-Partnerschaft zusammenhängt. Marktbeobachter werden die weitere Entwicklung dieser KI-Integrationen genau verfolgen.







