Eiffelturm-Chef tritt nach Frauenausschluss zurück

Patrick Branco Ruivo, Chef der Société d'exploitation de la tour Eiffel (SETE), der Betreibergesellschaft des Pariser Wahrzeichens, tritt zum Jahresende von seinem Posten zurück. Diese Entscheidung folgt auf eine interne Kontroverse, nachdem weibliche Mitarbeiter während des Besuchs einer religiösen Delegation vom Dienst abgezogen wurden. Die SETE bezeichnete den Vorfall als inakzeptable Situation und leitete eine Untersuchung ein, deren Ergebnisse zu strukturellen Maßnahmen und personellen Konsequenzen führten.

Protest und interne Untersuchung

Die Affäre beginnt Anfang September, als eine Delegation der Bochasanwasi Akshar Purushottam Swaminarayan Sanstha (BAPS) den Eiffelturm besucht. Während dieses Besuchs werden weibliche Angestellte der SETE angewiesen, sich aus dem Sichtfeld der Gruppe zurückzuziehen. Dies löst Empörung unter den Mitarbeitern aus.

Am 7. September legen Mitarbeiter aus Protest die Arbeit nieder, der Eiffelturm bleibt an diesem Tag geschlossen. Die Betreibergesellschaft räumt am 8.

September ein, es sei ein Fehler gewesen, weibliches Personal auf Bitten der Delegation von der dritten Etage wegzubringen. Sie erklärt: „Diese Bedingungen hätten nicht akzeptiert werden dürfen“ und „entsprechen nicht unseren Werten und dem Gleichheitsprinzip von Frauen und Männern“.

Eine interne Untersuchung des Vorfalls deckt Mängel und Unregelmäßigkeiten in der Organisation des Delegationsbesuchs auf. Die Untersuchung stellt fest: „Keine protokollarischen, kulturellen oder religiösen Erwägungen können eine Abweichung vom Grundsatz der Gleichstellung von Männern und Frauen rechtfertigen.“ Als Folge kündigt die SETE organisatorische Änderungen an, um ähnliche Vorfälle künftig zu verhindern.

Verantwortung und Konsequenzen

Patrick Branco Ruivo, seit 2018 an der Spitze der SETE, kündigt seinen Rückzug zum Jahresende am 29. September an. Die Betreibergesellschaft verurteilt den Ausschluss der Mitarbeiterinnen öffentlich; der Vorfall zieht öffentliche Kritik und politische Reaktionen nach sich.

Die SETE ist ein kommunales Unternehmen; die Stadt Paris hält 99 Prozent der Anteile, die Métropole einen Prozent. Der stellvertretende Pariser Bürgermeister Emmanuel Grégoire kündigt eine Untersuchung an und betont, dass „die Gleichstellung der Geschlechter in französischen historischen Denkmälern ebenso wie in allen anderen öffentlichen Räumen ausnahmslos gewährleistet sein muss“.

Die betroffene hinduistische Gruppe BAPS entschuldigt sich später bei den Betroffenen für entstandene Unannehmlichkeiten. Die SETE kündigt als Konsequenz die Einführung einer eigenständigen Protokollabteilung sowie weitere Maßnahmen und Schulungen zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern an. Zudem gibt es einen Austausch der Verantwortlichen mit Arbeitnehmervertretern.

Ausblick auf die Zukunft der SETE

Der Rücktritt von Patrick Branco Ruivo und die angekündigten Strukturreformen sind für die SETE relevante Entwicklungen. Die SETE, die jährlich rund 6,7 Millionen Besucher empfängt und einen Umsatz von 156 Millionen Euro ausweist, steht vor der Aufgabe, ihren operativen Betrieb zu organisieren und zugleich auf die internen Folgen des Vorfalls zu reagieren.

Die angekündigte Protokollabteilung und die geplanten Schulungen sollen Wiederholungen des Vorfalls verhindern. Wie die Nachfolge besetzt wird und wie die neuen Strukturen umgesetzt werden, wird beeinflussen, wie die SETE in Zukunft agiert und welche Auswirkungen dies auf ihr öffentliches Image und die Mitarbeiterzufriedenheit hat. Marktbeobachter werden die weitere Entwicklung genau verfolgen.