Die strategische Personalrekrutierung bei Airbnb nimmt für CEO Brian Chesky sichtbar viel Zeit in Anspruch. Chesky verbringt täglich mehrere Stunden mit Personalbeschaffung und betrachtet das Hiring als seine oberste Priorität im Unternehmen. Diese Methode, einen großen Teil der Arbeitszeit in Einstellungen zu investieren, hat er laut eigenen Angaben von Sam Altman übernommen.
Chesky bringt diese Praxis mit Überlegungen zu Wachstum und Unternehmenskultur in Verbindung.
Vom operativen Fokus zur strategischen Personalie
Brian Chesky, CEO und Mitgründer von Airbnb, gibt in verschiedenen Interviews an, täglich etwa drei Stunden mit Rekrutierung zu verbringen. In einem späteren Bericht (Mai 2026) nannte er sogar bis zu fünf Stunden täglich für das Hiring. Chesky beschreibt Hiring als seine „Nummer eins“-Priorität. Er sagt, er habe „hard way“ gelernt, dass er früher nicht ausreichend Zeit darauf verwendete.
Sein Fokus liegt darauf, Talente nicht für das heutige, sondern für das künftige Unternehmen einzustellen. Diese Talente sollen die Vision von Airbnb morgen teilen und mittragen.
Chesky hat die Idee, einen Großteil seiner Zeit dem Recruiting zu widmen, von Sam Altman übernommen. Altman riet ihm während der Pre-Launch-Phase von ChatGPT, 50 Prozent seiner Arbeitszeit dem Hiring zu widmen. Chesky gibt an, diesen Anteil nie erreicht zu haben. Dennoch hat er den Rat aufgegriffen und seine Rekrutierungsbemühungen seither deutlich intensiviert.
Die Beziehung zwischen Chesky und Altman reicht laut eigenen Angaben bis etwa 2006 zurück. Damals betreute Altman Chesky bei Y Combinator. Nach dem Start von ChatGPT und während Altmans kurzzeitiger Entlassung bei OpenAI im Jahr 2023 soll Altman bei Chesky Rat gesucht haben.
Der „Founder Mode“ und seine Konsequenzen
Chesky engagiert sich persönlich in weitreichenden Personalentscheidungen. Er beschreibt sich selbst als „co-hiring manager“ für die direkten Untergebenen seiner Führungskräfte. Überdies ist er in den Einstellungsprozess der Top-200-Mitarbeiter involviert.
Wenn Führungskräfte seine Einmischung in Personalfragen nicht akzeptierten, forderte er sie auf, das Unternehmen zu verlassen, wie er selbst berichtet.
Der Begriff "Founder Mode“ wurde laut einer Recherche von Paul Graham verwendet, nachdem er Cheskys Managementstil gehört hatte. Chesky selbst sagt, er habe den Begriff nicht geprägt, sondern lediglich seine Erfahrung beschrieben. Chesky vertritt die Auffassung, dass sich die richtigen Leute weitgehend selbst managen. Er rät Gründern, eher einen Recruiter als einen Ingenieur einzustellen.
Airbnb wird in den Quellen mit einer Marktkapitalisierung von rund 79 Milliarden US-Dollar genannt. Andere Quellen nennen höhere Werte oder leicht abweichende Zeitpunkte. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 8.200 Mitarbeiter.
Es meldete ein Buchungsvolumen von rund 80 Milliarden US-Dollar im letzten Jahr. Seit der Gründung wurden über 2,5 Milliarden Aufenthalte über die Plattform gebucht. Chesky selbst sagt, er sei „nicht happy“ mit der aktuellen Wachstumsrate und strebe ein Wachstum im deutlich zweistelligen Bereich an.
Insbesondere im Produktbereich plant Airbnb laut Berichten eine leichte Erhöhung der Mitarbeiterzahl. Chesky hat das Konzept des "Founder Mode“ öffentlich verteidigt.
Wandel des CEO-Verständnisses und künftige Weichenstellungen
Ein prägender Moment in Cheskys Rolle als CEO war das Jahr 2011, als ein Gast eine Wohnung verwüstete und der Hashtag „#RIPAirbnb“ verbreitet wurde. Chesky entschuldigte sich damals in einem Blogpost und kündigte die seinerzeit neue „Airbnb Guarantee“ an. Rückblickend bezeichnete er die Krise als den Moment, in dem er wirklich zum CEO wurde.
Die Massenentlassungen im Mai 2020 betrafen 1.900 Mitarbeiter, rund 25 Prozent der Belegschaft. Zuvor war das Geschäft in kurzer Zeit stark eingebrochen. In Interviews erläuterte Chesky später, dass er einen „Cut-Deep“-Ansatz bei Entlassungen für nötig halte, um Unsicherheit zu vermeiden.
Finanziell beträgt Cheskys Grundgehalt laut Geschäftsberichten 1 US-Dollar. Er besitzt ein Aktienpaket von 12 Millionen Restricted Stock Units, das über zehn Jahre gestaffelt ist. Der Fair Value wurde in der Vergangenheit mit mehreren Hundert Millionen US-Dollar beziffert.
Bei Erreichen bestimmter Kursziele könnte das Paket auf bis zu eine Milliarde US-Dollar oder mehr steigen. Ende 2023 belief sich der geschätzte Wert der verbleibenden, noch nicht unverfallbaren Aktien (9,6 Millionen RSUs für 2023 bis 2030) auf rund 1,3 Milliarden US-Dollar, basierend auf einem Schlusskurs vom 29. Dezember 2023.
Zusammen mit den Mitgründern Nathan Blecharczyk und Joe Gebbia hielt Chesky zum 15. März 2023 79,4 Prozent der Stimmrechte.
Offen bleibt, wie lange ein derart intensiver, persönlicher Recruiting-Ansatz bei weiter wachsender Belegschaft aufrechterhalten werden kann. Beobachter werden verfolgen, ob die Fokussierung auf Hiring Cheskys Ziel eines zweistelligen Wachstums unterstützt und ob Airbnb dadurch in neue Dienstleistungsfelder vordringt.







