Burger King übertrifft in den USA Wendy’s beim Umsatz und etabliert sich damit als zweitgrößte Burgerkette nach McDonald’s. Diesen Erfolg ermöglicht eine mehrjährige Strategie, die auf Produktverbesserung, Marketinginvestitionen und Restaurantmodernisierung setzt.

Das Comeback von Burger King kulminierte im zweiten Quartal 2026. Das Unternehmen verzeichnete in den USA ein Wachstum der flächenbereinigten Umsätze von 8,5 Prozent. Damit übertrifft Burger King McDonald’s, das im selben Zeitraum ein Plus von 0,8 Prozent erzielte. Die Outperformance gegenüber der Branche erreicht die höchste Marge seit über einem Jahrzehnt.

Besonders auffällig ist der Gegensatz zu Wendy’s: Das Unternehmen musste im gleichen Quartal einen Rückgang der flächenbereinigten Umsätze um sieben Prozent hinnehmen. Dies markiert laut den verfügbaren Daten den sechsten aufeinanderfolgenden Quartalsrückgang für Wendy’s.

Qualitätsoffensive und Kundenbindung im Fokus

Ein zentraler Baustein der Strategie ist die Überarbeitung des Whoppers. Im Februar 2026 kündigt Burger King die erste große Produktüberarbeitung des Whoppers seit fast einem Jahrzehnt an. Die Investitionen für dieses Whopper-Upgrade beziffert Burger King auf rund 4.000 US-Dollar pro Jahr und Franchise-Nehmer. Die Betreiber sollen diese Kosten nicht direkt an die Kunden weitergeben.

Seit der Einführung des überarbeiteten Whoppers im Februar meldet Burger King ein Umsatzplus von 20 Prozent für das Produkt.

Parallel zur Produktverbesserung setzt Burger King auf direkte Kundenkontakte. Präsident Tom Curtis, verantwortlich für Burger King US und Kanada, interagiert unmittelbar mit Gästen. Im Februar 2026 startet eine Kampagne, bei der Kunden die persönliche Telefonnummer von Curtis anrufen oder eine Textnachricht senden können.

Insgesamt gehen beim Unternehmen über 70.000 Kundenmeldungen ein. Curtis beantwortet persönlich 1.800 Anrufe. Curtis betont, Gäste seien wichtige Ratgeber, deren Feedback die Marke formt.

Wettbewerbsdynamik und finanzielle Ergebnisse

Marktanteilszahlen von Barclays aus dem Jahr 2024 zeigen McDonald’s mit rund 48 Prozent, Wendy’s mit etwa 11,4 Prozent und Burger King mit rund 10 Prozent. Unabhängig von diesen Jahreszahlen übertrifft Burger King im zweiten Quartal 2026 Wendy’s beim Umsatz in den USA. Robert Byrne, Senior Director bei Technomic, bezeichnet den Ansatz von Tom Curtis als relevant für die Markenstärkung.

Restaurant Brands International (RBI), die Muttergesellschaft von Burger King – zu RBI gehören auch Popeyes und Tim Hortons –, veröffentlicht die Ergebnisse für das zweite Quartal 2026. Der konsolidierte systemweite Umsatz steigt auf 12.702 Millionen US-Dollar gegenüber 11.853 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal, was einem Plus von 6,4 Prozent entspricht. Die Umsatzerlöse belaufen sich auf 2.520 Millionen US-Dollar.

Das Betriebsergebnis klettert auf 716 Millionen US-Dollar, ein Plus von 48,4 Prozent, und der Nettogewinn liegt bei 665 Millionen US-Dollar. Joshua Kobza, CEO von RBI, bezeichnet die Leistung von Burger King als Beispiel dafür, was möglich ist, wenn in die Grundlagen investiert und gut ausgeführt wird.

Wendy’s Herausforderungen und Ausblick

Wendy’s, die 2021 Burger King als zweitgrößte Kette überholt hatte, steckt in einer schwierigen Phase. Todd Penegor tritt 2024 in den Ruhestand. Sein Nachfolger Kirk Tanner verlässt das Unternehmen nach etwas mehr als einem Jahr.

Seit Mai 2026 führt Robert (Bob) Wright Wendy’s als CEO. Wright erklärt, Qualität, Wertangebot und Betriebsabläufe entsprächen nicht den Erwartungen, und kündigt Maßnahmen für einen Turnaround an. Aktivist Nelson Peltz arbeitet laut verfügbaren Angaben an einem Vorschlag zur Privatisierung von Wendy’s, unterstützt von BlueFive Capital und Flynn Group.

Burger King plant, die eingeschlagene Strategie fortzusetzen. Bis 2028 sollen alle Restaurants modernisiert werden. Das Umbauprogramm läuft darüber hinaus in das nächste Jahrzehnt hinein.

Im Juli 2026 führt Burger King eine „Whopper Guarantee“ ein und schafft die Position des „Your Way Champion“ in den Restaurants, um Service und Kundenzufriedenheit zu adressieren. Analysten beobachten nun, ob Wendy’s unter der neuen Führung die Trendwende schafft und wie sich der Wettbewerb um die Vorherrschaft auf dem US-Fast-Food-Markt weiterentwickelt.