Unter Führung von CEO Stefan Klebert hat GEA einen strategischen Wandel vollzogen. Der Maschinen- und Anlagenbauer für die nahrungsmittelverarbeitende Industrie steigerte die Profitabilität und überwand eine Phase der Instabilität. Die Ergebnisse des zweiten Quartals 2026 untermauern diese Entwicklung.

Vom Sanierungsfall zum DAX-Aufsteiger

Vor Kleberts Amtsantritt im Februar 2019 befand sich GEA in einer operativ schwierigen Lage. Innerhalb von zweieinhalb Jahren gab es sieben Gewinnwarnungen, der Aktienkurs hatte sich mehr als halbiert. Der aktivistische US-Hedgefonds Elliott spielte eine Rolle beim erzwungenen Abgang des damaligen CEOs Jürg Oleas.

Klebert, der zuvor die Geschäfte der Marke Haushahn (Aufzugsbauer Schindler) geführt hatte, übernahm 2019 die Leitung von GEA. Seine Strategie setzte nicht nur auf Optimierung, sondern auch auf Wachstum. Dazu gehörten die Erschließung neuer Märkte, potenzielle Übernahmen und eine stärkere Ausrichtung auf Nachhaltigkeit.

Im September 2025 stieg GEA in den deutschen Leitindex DAX auf. Das Unternehmen ersetzte dort den Luxuswagenhersteller Porsche.

Der Aktienkurs hat sich in den zwei Jahren vor dem DAX-Aufstieg nahezu verdoppelt.

Eine neue Struktur und klare Verantwortlichkeiten

Klebert verantwortete die Umstellung der internen Organisation von zwei auf fünf eigenständige Divisionen. Die Umstellung zielte auf Dezentralisierung und eine klarere Zuweisung von Verantwortlichkeiten. Klebert kritisierte die frühere Kultur mit vielen Arbeitskreisen und Präsentationen, in der „am Ende […] nur keiner mehr verantwortlich für das Ergebnis“ gewesen sei.

Klebert betont in einem Podcast und auf LinkedIn-Posts, dass hinter den angemessenen Ergebnissen vorrangig ein Team stehe, „das sich diese starke erste Jahreshälfte mit viel Einsatz und Disziplin erarbeitet hat.“

Die 2021 veröffentlichte Wachstumsstrategie „Mission 2026“ nennt konkrete Ziele. GEA strebt ein organisches jährliches Umsatzwachstum von durchschnittlich vier bis sechs Prozent an und peilt bis 2026 einen Umsatz von sechs Milliarden Euro an. Die operative Marge (EBITDA vor Restrukturierungskosten) soll auf mehr als 15 Prozent steigen.

Der Ausgangspunkt lag bei 11,5 Prozent im Jahr 2020. Überdies ist eine Steigerung des ROCE auf 30 Prozent vorgesehen. Im New-Food-Bereich sollen bis 2026 Aufträge von rund 400 Millionen Euro erzielt werden.

Für Zukäufe ist ein Volumen von 300 bis 500 Millionen Euro vorgesehen, wobei auch teurere Zukäufe denkbar sind.

Profitabilität und Wachstum im Fokus

Im zweiten Quartal 2026 meldete GEA einen Auftragseingang von 1,49 Milliarden Euro. Dies entspricht einem organischen Wachstum von 15,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Umsatz lag bei 1,44 Milliarden Euro. Organisch war dies ein Plus von 11 Prozent.

Das EBITDA vor Restrukturierungsaufwand stieg um 15,6 Prozent auf 250,6 Millionen Euro. Das Konzernergebnis betrug 121,8 Millionen Euro. Der Serviceumsatz belief sich auf 570,6 Millionen Euro und machte 39,6 Prozent des Konzernumsatzes aus.

Im ersten Halbjahr 2026 verzeichnete GEA einen Auftragseingang von 2,95 Milliarden Euro, ein Plus von 8,3 Prozent. Der Konzernumsatz lag bei 2,72 Milliarden Euro, organisch ein Plus von 8,2 Prozent. Das EBITDA vor Restrukturierungsaufwand für das erste Halbjahr 2026 stieg um zehn Prozent auf 456,5 Millionen Euro.

Das Konzernergebnis legte ebenfalls um zehn Prozent auf 221,5 Millionen Euro zu. Vor diesem Hintergrund hob GEA die Prognose für das organische Umsatzwachstum 2026 von zuvor fünf bis sieben Prozent auf sechs bis acht Prozent an.

Klebert kommentierte die Entwicklung: „Unser zweites Quartal war erneut sehr gut. Bei Auftragseingang und Umsatz sind wir zweistellig gewachsen. Dies ging Hand in Hand mit höherer Profitabilität.“

Er beschreibt Nachhaltigkeit als Geschäftsmodell: „Ob industrielle Wärmepumpen, energieeffiziente Prozesse oder neue Wege der Proteinproduktion – sie helfen unseren Kunden, nachhaltiger und zugleich wirtschaftlicher zu produzieren.“

Ausblick und Analystenstimmen

Am 5. August 2026 beschloss GEA ein neues Aktienrückkaufprogramm von bis zu 500 Millionen Euro. Dieses Programm läuft vom August 2026 bis Ende 2027. Eine erste Tranche über bis zu 250 Millionen Euro startet im August 2026.

Zu den Analysten und Research-Häusern, die GEA beobachten, zählen William Turner (Goldman Sachs), Sebastian Kuenne (RBC Capital Markets), Sven Weier (UBS) und Hans-Joachim Heimbürger (Kepler Cheuvreux). GEA verfolgt das Ziel, bis 2040 Netto-Null-Treibhausgasemissionen zu erreichen.