Google erweitert den Chrome User Experience Report (CrUX) um vier experimentelle Metriken zur Messung von Web-Werbung. Die sogenannten Ad-Detection-Tools sind in das bestehende CrUX-Framework integriert. Google gab die Einführung der Metriken bekannt, um die Bewertung des Werts von Website-Besuchen für Werbetreibende zu verbessern.

Neue Dimensionen der Werbemessung

Laut Google erschwert der Einfluss Künstlicher Intelligenz (KI) die Bewertung von Website-Besuchen. Alex Cone, Group Product Manager bei Google Chrome, und Kevin K. Lee, Senior Developer Relations Engineer, waren an der Entwicklung beteiligt. Die neuen Metriken sollen Paid-Media-Teams zusätzliche Daten für den Kauf und Verkauf von Werbung liefern.

Die vier Metriken erfassen unterschiedliche Aspekte der Anzeigenpräsenz:

  • Ad Count: Die durchschnittliche Anzahl sichtbarer Anzeigen.
  • Ad Density: Der durchschnittliche Anteil von Anzeigen an der Viewport-Fläche.
  • Ad Weight (Netzwerknutzung): Der Ressourcenverbrauch durch Anzeigen, gemessen in Bytes.
  • Ad Weight (CPU-Nutzung): Der Ressourcenverbrauch durch Anzeigen, gemessen in Millisekunden.

Erweitertes Verständnis der Nutzererfahrung

Diese experimentellen Metriken erweitern die öffentlich verfügbaren aggregierten Daten im CrUX-Report und bilden vier Dimensionen des Werbeerlebnisses einer Website ab. Die neuen CrUX-Werbemetriken sind keine Bestandteile der Core Web Vitals und verfügen derzeit über keine vorgeschlagenen Ziele oder Schwellenwerte. Du findest die Daten aufgeschlüsselt nach Dimensionen wie Gerätetyp (Mobilgerät versus Desktop) und Verbindungsgeschwindigkeit (zum Beispiel 4G, 5G, Wi-Fi).

Datenerhebung und Verfügbarkeit

Die CrUX-Werbemetriken basieren auf einem rollierenden 28-Tage-Fenster und erfassen, wie reale Nutzer eine Website auf verschiedenen Geräten und unter diversen Netzwerkbedingungen erleben. Google bezeichnet diese von echten Nutzern gemessenen Werte als „Field Data“. Parallel stellt Google Werkzeuge bereit, mit denen die Metriken lokal auf dem Gerät des Entwicklers als „Lab Data“ gemessen werden können.

Dies ermöglicht unmittelbares Feedback für die lokale Entwicklung und Fehlersuche.

Die Daten stammen von Chrome-Nutzern, die der anonymen Messung ihrer Browser-Erfahrung zugestimmt haben. Erfasst werden Nutzer von Chrome auf Android, ChromeOS, Linux, macOS und Windows. Chrome auf iOS ist von der Datenerfassung ausgeschlossen, was Google mit technologisch bedingten Unterschieden in den Plattform-Architekturen begründet.

Ausblick auf die Auswirkungen

Die Einführung dieser experimentellen Ad-Detection-Tools zielt darauf ab, den Werbemarkt transparenter zu gestalten. Wie schnell die Branche die neuen Metriken adaptiert oder ob Google später Empfehlungen oder Schwellenwerte formulieren wird, lässt die Ankündigung offen. Analysten beobachten, ob diese Erweiterungen den Druck auf Werbetreibende und Publisher erhöhen, die Anzeigenqualität und Nutzererfahrung stärker in den Fokus zu rücken.

Die Integration in ein weitverbreitetes Tool wie CrUX könnte die Akzeptanz beschleunigen.