Die zunehmende Automatisierung durch Künstliche Intelligenz (KI) erreicht verschiedene Wirtschaftssektoren und prägt die Tariflandschaft. Eine Gewerkschaft fordert in Reaktion auf die Intensivierung der Arbeit durch KI zusätzliche freie Tage für Banker. Die genaue Ausgestaltung dieser Forderung bleibt in den vorliegenden Quellen unspezifiziert.

Dieser Vorstoß verdeutlicht, wie Arbeitnehmervertretungen auf Belastungen und Veränderungen durch KI reagieren.

Der Wandel der Arbeit: KI als Herausforderung für Finanzinstitute

Die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz beschreiben Quellen als bedeutenden wissenschaftlichen Durchbruch, vergleichbar mit der Spaltung des Atoms. Im Bankensektor diskutieren Experten Chancen und Risiken des KI-Einsatzes. Als potenzielles Risiko benennen sie unter anderem „kognitive Atrophie“, wenn sich Mitarbeiter zu stark auf Modelle für analytische Arbeit verlassen.

Chris Churchman, Partner bei Goldman Sachs, Leiter der Plattform Marquee für institutionelle Kunden und Co-Vorsitzender der Global Banking and Markets AI Working Group, warnt: „Es besteht die große Gefahr, dass wir im Zeitalter der KI unsere Denkprozesse an diese Modelle auslagern und eine kognitive Atrophie eintritt, die uns daran hindert, von Grund auf selbst zu denken.“ Er ergänzt, Denken sei weiterhin wichtig. Du müsstest Probleme durchdenken und strukturiert argumentieren, doch nun delegiere man dieses Denken.

Weiter weist er darauf hin, dass Wissen oft implizit sei und nicht niedergeschrieben werde. Zu einer möglichen vollständigen Automatisierung sagt Churchman: „Wir können das absolut automatisieren, aber bekommen wir dann noch erfahrene Händler, die alles vollständig verstehen?“ Über die Zuverlässigkeit eines KI-Systems von Marquee äußert er: „Im Endeffekt bin ich besser darin, gründlich zu klingen, als es zu sein.“

Die Quelle betont damit die Herausforderung, ein Gleichgewicht zwischen dem Einsatz von KI und der Bewahrung einer Ausbildungskultur zu finden.

Wirtschaftliche Auswirkungen der KI-Exposition

Eine Analyse von Apollo aus dem Jahr 2026 zeigt, dass Löhne in Berufen mit hoher KI-Exposition nach 2023 um 6,7 Prozentpunkte langsamer wuchsen als in Berufen mit geringer Exposition. Die Lücke beträgt 10,7 Prozentpunkte im untersten Lohnquartil, 5,4 im zweiten und 4,0 im dritten Quartil. Im obersten Lohnquartil findet sich kein signifikanter Effekt.

Die Apollo-Analyse weist zudem keine statistisch signifikanten Beschäftigungseffekte in Berufen mit hoher KI-Exposition nach.

Andere Untersuchungen legen differenzierte Befunde vor: US-Statistiker verzeichneten einen Rückgang von 0,2 Prozent der Arbeitsplätze in 18 exponierten Berufen, während die Gesamtbeschäftigung um 0,8 Prozent stieg. Goldman Sachs berichtet überdies von einem schnelleren Rückgang offener Stellen in Feldern mit hoher KI-Substitution. Diane Gherson, ehemalige Chief Human Resources Officer bei IBM, weist darauf hin, dass Unternehmen eher weniger Neueinstellungen in unteren Lohnsegmenten vornehmen könnten, statt Entlassungen auszusprechen.

Dies mache Arbeitsplatzverluste schwerer sichtbar.

Interne Kosten der KI-Nutzung offenbaren Firmendaten: Bei Microsoft belief sich der Median der intern gemeldeten KI-Nutzungskosten pro Mitarbeiter im Jahr 2026 auf rund 300 US-Dollar pro Monat. Der höchste gemeldete Wert lag bei 28.000 US-Dollar pro Monat für einen Mitarbeiter aus der Organisation „Microsoft Customer and Partner Solutions“. Diese Zahlen basieren auf freiwilligen Selbstauskünften von etwa 350 von 223.000 Mitarbeitern.

Parallelen und Präzedenzfälle: Ein Blick nach Asien und in Museen

Die Debatte um Forderungen wie KI-Ausgleichstage fügt sich in einen größeren Kontext von Arbeitskämpfen ein. In Südkorea erzielten die Gewerkschaft und das Management von Hyundai im August 2026 eine vorläufige Lohneinigung. Die Vereinbarung sieht eine monatliche Basissalär-Erhöhung von 100.000 KRW (etwa 72 US-Dollar) vor; ursprünglich hatte die Gewerkschaft 149.600 KRW gefordert.

Zusätzlich wurden Boni in Höhe von 400 Prozent des Basissalärs plus 12,7 Millionen KRW, 15 Unternehmensaktien, 500.000 KRW Sozialleistungen und 200.000 KRW Urlaubsgeld vereinbart. Der Streik war mit geschätzten Produktionsausfällen von 2,3 Billionen KRW (rund 1,66 Milliarden US-Dollar) verbunden; betroffen waren etwa 55.200 Fahrzeuge.

Auch im britischen Kulturbereich kam es 2026 zu streikbedingten Auseinandersetzungen. Mitarbeiter des V&A und der Royal Museums Greenwich stimmten für Streikmaßnahmen. Nicholas Marro, Sekretär der PCS Culture Group, äußerte: „Museumsmitarbeiter haben die Art und Weise satt, wie sie vom Management behandelt wurden.

Sie haben die Lohnzurückhaltung und den mangelnden Respekt satt.“ Vertreter der Gewerkschaften und des Managements lieferten damit dokumentierte Beispiele für gewerkschaftliches Vorgehen in verschiedenen Branchen.

Regulierungsansätze und offene Fragen

Auf politischer Ebene forderte Senator Adam Schiff (Kalifornien) im August 2026 eine Besteuerung von KI-Unternehmen. Zu den beabsichtigten Verwendungszwecken sagte er: „Ich möchte, dass der Kongress identifiziert, welche disruptiven Auswirkungen die KI-Unternehmen bezahlen sollen.“ Über die Nutzung der Einnahmen sagte er zudem: „...sicherstellen, dass sie verwendet werden, um die Auswirkungen auf die Arbeit anzugehen und abzumildern, damit Menschen Dinge wie Gesundheitsversorgung und Altersvorsorge erhalten, während die Gesellschaft vor der Transformation geschützt wird, die wir durchmachen.“

Schiff betonte außerdem, die Folgen auf die Art der Arbeit, Einkommensungleichheit und Vermögenskonzentration adressieren zu müssen.

Die konkrete Ausgestaltung von Forderungen wie „KI-Entlastungstagen für Banker“ bleibt in den vorliegenden Quellen unspezifiziert. Unklar ist, ob solche Tage pauschal für alle Banker gelten oder an bestimmte Arbeitsbereiche oder Belastungen geknüpft wären. Zudem ist der produktivitätsseitige Nutzen von KI außerhalb der größten Technologieunternehmen nach den analysierten Quellen noch nicht umfassend nachgewiesen: Goldman Sachs berichtet, dass nur rund zwei Prozent der S&P-500-Unternehmen den Einfluss von KI auf ihre Gewinne quantifizieren können.

Torsten Slok von Apollo weist darauf hin, dass Produktivitätsgewinne außerhalb der größten Tech-Firmen bislang nicht eindeutig in Margen sichtbar werden. Wie Arbeitgeber und Gewerkschaften diese Fragen in Verhandlungen aufgreifen, bleibt ein offenes Thema für die kommenden Monate. Analysten beobachten die weitere Entwicklung der Tarifpolitik in KI-exponierten Branchen genau.