Der Investor und Unternehmer Mark Cuban plädiert für eine umfassendere Mitarbeiterbeteiligung an Unternehmen, um die wachsende Vermögensungleichheit zu reduzieren. Cuban schlägt vor, Firmen, die ihren Mitarbeitern kein pro rata Eigenkapital gewähren, höhere Unternehmenssteuern aufzuerlegen. Er argumentiert, der Großteil des Vermögens erfolgreicher Unternehmer entstehe durch den Verkauf oder Börsengang ihrer Firmen.

Dieses Modell möchte er auf die breitere Belegschaft ausdehnen.

Cubans eigene Historie stützt diese Haltung. In seinen früheren Unternehmungen, darunter Broadcast.com und MicroSolutions, band er Mitarbeiter mit Eigenkapital ein. Nach dem Verkauf von Broadcast.com an Yahoo im Jahr 1999 für 5,7 Milliarden US-Dollar in Aktien wurden 300 von 330 Mitarbeitern zu Millionären.

Vermögensungleichheit als wirtschaftliche Gefahr

Cubans Vorstoß ist im Kontext der anhaltenden Vermögensungleichheit in den Vereinigten Staaten zu sehen. Im ersten Quartal 2016 besaßen die unteren 50 Prozent der US-Bevölkerung Vermögenswerte von 1,02 Billionen US-Dollar. Zehn Jahre später, im ersten Quartal 2026, lag dieser Wert bei 4,27 Billionen US-Dollar. Dies entspricht einem Anstieg von über 300 Prozent binnen zehn Jahren.

Im gleichen Zeitraum stieg das Vermögen der obersten 0,1 Prozent von 10,75 Billionen US-Dollar auf 25,07 Billionen US-Dollar. Absolut betrachtet fällt der Vermögenszuwachs an der Spitze wesentlich größer aus. Die oberen 90 bis 99 Prozent der Vermögensperzentile halten 20,5 Billionen US-Dollar an Unternehmensaktien und Investmentfonds, während die unteren 50 Prozent knapp 0,6 Billionen US-Dollar besitzen.

Cuban warnt vor den Folgen wachsender Ungleichheit: „If we continue to see growing disparity in income, you risk unrest and further division, which is the most expensive tax on every business.“

Bestehende Modelle und deren Wirkung

In den 1970er Jahren schuf die US-Bundesregierung Steueranreize für Employee Stock Ownership Plans (ESOPs), um Altersvorsorgevermögen für Arbeitnehmer aufzubauen. Im Jahr 2023 gab es in den USA rund 6.600 ESOPs, die etwa 15 Millionen Menschen abdeckten. Studien zeigen, dass ESOPs mit geringeren freiwilligen Kündigungsraten einhergehen.

Die freiwillige Kündigungsrate in ESOP-Unternehmen beträgt etwa ein Drittel des nationalen Durchschnitts. Zudem verfügen Arbeitnehmer mit ESOPs im Ruhestand über mehr als doppelt so hohe Ersparnisse wie ihre Pendants ohne solche Beteiligungen.

Die Idee einer verpflichtenden Mitarbeiterbeteiligung stößt gleichwohl auf Vorbehalte. Britta Glennon von der Wharton School weist darauf hin, dass Startups weniger Anpassungsmöglichkeiten haben, da „talent is such a huge part of whether they are able to succeed.“ Zugleich nimmt die Aufmerksamkeit für Beteiligungsmodelle zu.

Die Quellen nennen unter anderem Michael und Susan Dell sowie Ray Dalio als Philanthropen, die sich in diesem Umfeld engagieren.

Michael Dell merkt hierzu an: „When children have accounts like this, their outlook on life just changes.“

Die Rolle von Unternehmen und Führungskräften

Cuban sieht Unternehmer in der Verantwortung, Ziele und Interessen vieler Stakeholder zu verbinden. Er betont, dass jeder Unternehmer über Margen entscheide und die Ausrichtung von Interessen für den größten Erfolg entscheidend sei. „Every founder worth a damn knows that the greatest success, economic and personal, comes from aligning the goals and interests of as many stakeholders as possible.

Everyone will benefit more, when everyone benefits more.“

Auch große Technologieunternehmen illustrieren, wie Aktienbeteiligungen Vermögensaufbau erzeugen können. Bei Nvidia haben Führungskräfte wie CEO Jensen Huang, CFO Colette Kress und Executive Vice President Worldwide Field Operations Jay Puri durch Aktienpakete erhebliches Vermögen aufgebaut. Jensen Huang erklärt in diesem Zusammenhang: „I review everybody’s compensation up to this day.

I sort through all 42,000 employees, and 100% of the time, I increase the company's spend on [operating expenses]. And the reason for that is because you take care of people, everything else takes care of itself.“

Die Idee verpflichtender Gesetze zur Mitarbeiterbeteiligung wird in den USA derzeit als unwahrscheinlich eingeschätzt. Dennoch wird sie als „intriguing“ und „getting traction“ beschrieben. Der US-Senat verabschiedete zuletzt zwei Gesetze zur Förderung von ESOPs.

Analysten werden beobachten, ob Cubans Vorschlag über die Diskussion hinaus konkrete politische oder unternehmerische Initiativen anstößt.