Meta führt seinen Creator Marketing Hub global ein. Der Konzern bündelt damit seine bisherigen Creator-Marketing-Oberflächen Creator Marketplace und Partnership Ads Hub auf einer zentralen Plattform. Die Initiative vereinfacht die Zusammenarbeit zwischen Werbetreibenden und Kreatoren auf Metas Plattformen wie Instagram und Facebook.

Die Ankündigung erfolgte im Rahmen der Global Creator Week des Interactive Advertising Bureau (IAB). Laut IAB beliefen sich die Ausgaben der Creator Economy im Jahr 2025 auf 37 Milliarden US-Dollar.

Bündelung von Tools und KI-Integration

Der neue Creator Marketing Hub integriert neue und verbesserte Funktionen. Dazu gehören erweiterte APIs, die Integration eines KI-gestützten Business-Assistenten von Meta sowie verbesserte Such- und Kommunikationstools. Facebook-Kreatoren werden in die Creator Marketplace API integriert, die zuvor nur Instagram-Kreatoren zugänglich war.

Diese Erweiterung soll die Auffindbarkeit von Kreatoren über eine einzige Schnittstelle für Werbetreibende erleichtern. Zusätzliche Discovery-Filter und verbesserte Empfehlungen für organische Top-Performing Creator-Inhalte helfen Marken, passende Partner zu finden. Innerhalb des Hubs können Werbetreibende und Kreatoren direkt über Messaging-Funktionen kommunizieren.

Der KI-Business-Assistent von Meta unterstützt die Suche nach Kreatoren und das Verständnis von Empfehlungen.

Partnership Ads werden durch den Meta Ads MCP Connector unterstützt, was die Erstellung und Verwaltung durch KI-Agenten ermöglichen soll. Diese Neuerungen werden schrittweise bis Ende 2026 ausgerollt.

Expansion von Live-Video-Anzeigen

Ab dem 29. September weitet Meta Live-Video-Anzeigen von Facebook auf Instagram aus. Damit können Werbetreibende Live-Inhalte von Kreatoren als Partnership Ads bewerben.

Diese Maßnahme steht im Zusammenhang mit der Bedeutung von Live-Content und Creator-Interaktionen für Marken. Eine IAB-Studie zeigt zudem, dass 45 Prozent aller Verbraucherkäufe durch Empfehlungen von Kreatoren beeinflusst werden. Die Werbeausgaben in der Creator Economy wachsen laut den Angaben viermal schneller als die gesamten Medienausgaben.

Metas Werbegeschäft als Fundament

Metas Kerngeschäft, das Werbegeschäft, wächst weiterhin: Im zweiten Quartal stieg der Gesamtumsatz um 28 Prozent auf 60,8 Milliarden US-Dollar. Der Großteil dieser Einnahmen stammt aus Werbung. Die Werbeeinblendungen nahmen im selben Zeitraum um 14 Prozent zu, die Werbeeinnahmen stiegen um 27 Prozent.

Diese Zahlen geben Meta finanziellen Spielraum für Investitionen in Bereiche wie die Creator Economy. Die Expansion im Creator-Marketing-Bereich erfolgt vor dem Hintergrund von Konkurrenz durch Plattformen wie TikTok, Snapchat und LinkedIn. Diese investieren ebenfalls in die Unterstützung von Kreatoren und deren Monetarisierung.

Meta reagiert darauf, indem der Konzern Angebote bündelt und KI integriert.

Marktentwicklung und Ausblick

Der britische Creator-Markt soll laut Prognosen im Jahr 2026 erstmals die Marke von einer Milliarde Pfund überschreiten und um 26 Prozent auf 1,217 Milliarden Pfund wachsen. Im Jahr 2025 entfielen schätzungsweise 966 Millionen Pfund auf Creator-Partnerschaften.

Eine Studie von Kolsquare zeigt, dass 93 Prozent der britischen Marken und Agenturen ihre Influencer-Marketingausgaben in den nächsten zwölf Monaten erhöhen wollen. Fast die Hälfte (49 Prozent) der britischen Marken priorisiert die transparente Offenlegung gesponserter Inhalte. 90 Prozent der britischen Marken und Agenturen nutzen bereits KI oder Automatisierung im Influencer-Marketing. 38 Prozent der britischen Marken betrachten Influencer-Marketing als Kernwachstumstreiber, verglichen mit einem europäischen Durchschnitt von 31 Prozent. Diese Zahlen spiegeln das Potenzial des Bereichs wider.

Die schrittweise Einführung der neuen Funktionen bis Ende 2026 wird zeigen, wie gut der Hub von Werbetreibenden und Kreatoren angenommen wird und ob Meta seine Position in der hart umkämpften Creator Economy festigen kann. Analysten beobachten, ob die KI-Integration die Effizienz der Kampagnen wie erwartet steigert und Metas Umsatzwachstum im Werbegeschäft weiter antreibt.