Die Transformation der IT-Landschaft durch Künstliche Intelligenz (KI) erfordert von Fachkräften und Unternehmen eine flexible Denkweise. Im Zentrum dieser Entwicklung steht das sogenannte Growth Mindset, eine Haltung, die Kanu Priya, Software Engineer bei Microsoft Digital, in ihrer Arbeit an KI-gestützten Mitarbeitererfahrungen und Agentenlösungen demonstriert.
Priya definiert ein Growth Mindset als die Bereitschaft, sich in unbekannten Situationen wohlzufühlen. „Jeder große Schritt in meiner Karriere geschah, als ich Vertrautes hinter mir ließ und mich der Herausforderung stellte, etwas Neues zu lernen“, erklärt sie. Diese Haltung, so Priya, ist im Kontext der KI-Transformation besonders relevant.
Microsofts Kultur der Eigenverantwortung
Bei Microsoft beschreibt Priya eine Kultur der Eigenverantwortung, in der Ingenieure als Full-Stack Engineers den gesamten Prozess verantworten. Dies reicht von der Problemerfassung über die Lösungsimplementierung bis hin zur Produktion und kontinuierlichen Verbesserung. Priya, die 2021 bei Microsoft Digital einstieg, betont: „Bei Microsoft bist Du immer ein Full-Stack Engineer.
Du bist kein Back-End-Entwickler, kein Front-End-Entwickler, kein DevOps-Ingenieur – Du bist alles. Das war eine wichtige Erkenntnis. Du besitzt nicht nur einen Teil der Anwendung, Du besitzt alles.
Das vermittelt ein Gefühl der Verantwortung.“
Priya stammt ursprünglich aus Nangal-Shama in Punjab, Indien. Sie studierte Informatik und Ingenieurwesen am NIT Jalandhar und sammelte Erfahrungen bei Publicis Sapient und der Expedia Group, bevor sie zu Microsoft wechselte. Aktuell entwickelt sie in der Microsoft-Umgebung Lösungen mit .NET und C#, nachdem sie zuvor mit Java und Python arbeitete.
KI als Motor für Innovation
Priya bezeichnet die KI-Ära als einen bedeutenden technologischen Wandel. „Die KI-Ära ist eine der aufregendsten Veränderungen, die ich in der Technologie erlebt habe. Sie hilft uns nicht nur, schneller zu arbeiten; sie hilft uns, die Art und Weise, wie wir Probleme lösen und Erlebnisse für Menschen schaffen, neu zu überdenken.“
Nach Angaben der Beteiligten ist Künstliche Intelligenz bei Microsoft in viele Phasen des Softwareentwicklungszyklus integriert, von der Anforderungserfassung bis zur Bereitstellung des Codes.
Priya war an der Entwicklung des Employee Device Information Agent beteiligt. Dieses KI-gestützte Self-Service-Tool unterstützt Mitarbeitende bei der Verwaltung ihrer Geräte und der Korrektur von Geräteinformationen. Der Agent reduzierte den manuellen Aufwand für Support-Teams und BPO-Organisationen um 70 Prozent.
Zudem trug sie zur ersten Version eines Purchase Experience Agent bei. Dieser hilft Mitarbeitenden, verfügbare Geräte zu erkunden, Optionen zu vergleichen und Empfehlungen auf Basis von Personas und Unternehmensanforderungen zu erhalten.
Amit Raghuwanshi, Principal Software Engineering Manager bei Microsoft und Priyas Kollege seit über vier Jahren, lobt ihre Anpassungsfähigkeit: „Im Verlauf dieser Reise ändern sich der Tech Stack und die Herausforderungen immer wieder. Kanu hat dabei ein wirklich gutes Growth Mindset bewiesen. Sie ist stets bereit, neue Herausforderungen in jedem Tech Stack anzunehmen.“
Breite Auswirkungen der KI-Transformation
Die Notwendigkeit eines Growth Mindset zeigt sich nicht nur bei Tech-Konzernen. Die Verbreitung generativer KI-Systeme beeinflusst Lehr-, Forschungs- und Prüfungspraktiken an Hochschulen. Die Lehrkräftebildung steht vor der Herausforderung, angehende Lehrkräfte auf KI-geprägte Bildungsräume vorzubereiten.
Das Projekt „KI:LEB“ untersucht digitale Souveränität in der Lehrkräftebildung mittels kollaborativer und reflexiver Lernarrangements an zwei Universitäten mit 68 Studierenden. Die curriculare Verankerung von KI-Kompetenzen wird als bisher begrenzt beschrieben.
Parallel dazu investieren Unternehmen in Infrastruktur, die für die KI-Entwicklung entscheidend ist. Die TelemaxX GmbH beispielsweise baut ihren Glasfaser-Backbone auf 400 Gbit/s aus. Dies soll 100-Gbit/s-Anschlüsse für Startups, Mittelstand und Industrie ermöglichen und eine souveräne Datenspeicherung in Deutschland unterstützen.
Ausblick auf die Zukunft
Die fortschreitende Integration von KI in Geschäftsbereiche wirft die Frage auf, wie Organisationen und Fachkräfte ihre Kompetenzen anpassen werden. Die Beispiele aus Microsoft zeigen, dass technische Anpassungsfähigkeit und eine Haltung zur kontinuierlichen Weiterbildung in der Praxis eine wesentliche Rolle spielen. Beteiligte betonen Verantwortung und die Bereitschaft, sich wechselnden Tech Stacks zu stellen, als relevante Faktoren in der KI-Transformation.
Analysten erwarten, dass Unternehmen weiterhin in Schulungen und flexible Organisationsstrukturen investieren müssen, um im dynamischen KI-Umfeld wettbewerbsfähig zu bleiben.







