Die Übernahme des KI‑Kalorienzähler‑Startups Cal AI durch MyFitness unterstreicht den Wert Influencer‑getriebenen Wachstums für Konsumenten‑Apps. Cal AI, eine KI‑gestützte Anwendung zur Erfassung von Kalorien und Makros, wurde von Zach Yadegari (19) gegründet; Co‑Founder und CMO ist Jake Castillo. Berichten zufolge erzielte Cal AI einen Umsatz von über 30 Millionen US‑Dollar und verzeichnete mehr als 15 Millionen Downloads.
Die Übernahme durch MyFitness erfolgte im März; der Kaufpreis bleibt vertraulich.
Viralstrategie durch Mikro‑Influencer
Cal AI setzte von Beginn an auf eine Influencer‑Marketing‑Strategie, die virales Wachstum generierte. Anstatt auf kostenintensive Mega‑Influencer zu fokussieren, konzentrierte sich das Unternehmen auf Creator mit „very tight communities“, also eng vernetzten Gemeinschaften. Das Produkt ließ sich nahtlos in bestehende Formate von Fitness‑Creatoren integrieren, etwa in „What I eat in a day“-Videos, Zusammenstellungen von kalorienarmen Snacks oder Transformations‑Content. Dies führte laut Berichten zu organischen Videos mit hoher Reichweite. Zach Yadegari beschreibt die Effektivität: „What we saw was that it was a clear formula. It was pretty linear, but it was extremely fast. I guess linear in the sense that every post they did would get a certain number of viewers that would convert.“ Ein einzelner Influencer‑Post generierte in der Frühphase Berichten zufolge etwa 1.000 neue Nutzer innerhalb von zwei Tagen.
Kennzahlen eines Influencer‑Erfolgs
Die veröffentlichten Kennzahlen variieren in den Berichten. Innerhalb von 18 Monaten nach Start des Influencer‑Programms etablierte Cal AI mehr als 300 aktive Influencer‑Partnerschaften. Eine Quelle nennt 250 Creatoren, die maßgeblich zu einem Jahresumsatz (ARR) von 30 Millionen US‑Dollar beitrugen; eine andere Quelle spricht von über 50 Millionen US‑Dollar ARR innerhalb von 18 Monaten nach Programmstart. In der Anfangszeit konvertierten laut einer Quelle rund zehn Installationen pro 1.000 Views. Der gemeldete CPM für Cal AI‑Influencer‑Marketing lag zwischen 0,50 und 3,00 US‑Dollar. Berichten zufolge erreichte Cal AI Platz eins in der Kategorie „Health & Fitness“ im App Store.
Auswahlkriterien und Skalierung der Creator Economy
Bei der Auswahl der Creator standen nicht primär die Follower‑Zahlen im Vordergrund, sondern Engagement‑Metriken. Jake Castillo hob Views, qualitativ hochwertige Kommentare und ein „cult‑like following“ als entscheidende Indikatoren hervor. Die Bezahlung der Influencer war flexibel gestaltet und teilweise an das Erreichen definierter Nutzerzahlen gekoppelt. Viele der anfänglichen Partner waren laut Bericht „broke college kids“. Zur Skalierung band das Startup erfolgreiche Influencer langfristig und optimierte interne Prozesse, etwa durch schnelle Telefonate anstelle langer E‑Mail‑Korrespondenz.
KI als Standardwerkzeug im Marketing
Der Fall Cal AI fällt in eine Phase, in der Künstliche Intelligenz (KI) verstärkt im Marketing zum Einsatz kommt. Berichten zufolge nutzen rund 95 Prozent der Marken KI im Marketing. Der globale Influencer‑Marketing‑Markt erreichte im Jahr 2024 ein Volumen von etwa 24 Milliarden US‑Dollar. KI dient demnach der Effizienzsteigerung und Automatisierung von Aufgaben wie Influencer‑Suche, Content‑Erstellung und Kampagnen‑Management. Marketing‑Teams können so laut einer Quelle bis zu 12,5 Stunden pro Woche bei Routineaufgaben einsparen. Zugleich bestehen Bedenken: 52 Prozent der Konsumenten äußern Sorge über nicht deklarierte KI‑Inhalte.
Ausblick und offene Fragen
Die Akquisition durch MyFitness bestätigt die Relevanz Influencer‑basierter Wachstumsmodelle für Käufer. Die genaue Höhe des Kaufpreises bleibt indes unbekannt. Es ist noch offen, wie MyFitness die Cal AI‑Technologie in das eigene Ökosystem integriert und ob die virale Influencer‑Strategie unter der neuen Eigentümerstruktur fortgeführt oder modifiziert wird. Die variierenden publizierten Umsatzzahlen erschweren eine präzise Einordnung, sie könnten auf unterschiedliche Messzeitpunkte oder Metriken hindeuten.







