Die Veranstalter des OMR Festivals stellen frühzeitig die Weichen für das Jahr 2027 und präsentieren die ersten bestätigten Referenten für die Hamburger Messebühnen. Mit Lionel Souque, dem Vorstandsvorsitzenden der Rewe Group, der Wagniskapital-Investorin und TV-Jurorin Janna Ensthaler sowie dem Schauspieler und Produzenten Matthias Schweighöfer setzt das Branchenevent auf eine Kombination aus traditionellem Handel, Technologie-Investment und Entertainment. Die Personalankündigungen flankieren zugleich einen strategischen Umbau: Erstmals dehnt die veranstaltende Hamburger ramp106 GmbH das Festival auf drei volle Veranstaltungstage aus.
Programmfokus zwischen Handelskonzern, Wagniskapital und Entertainment
Die Besetzung der ersten Programmplätze spiegelt das Bestreben wider, klassische Unternehmensführung mit der digitalen Plattformökonomie zu verknüpfen. Lionel Souque steuert als Vorstandsvorsitzender der Rewe Group die Perspektive eines der größten europäischen Lebensmitteleinzelhändler bei, dessen Geschäftsmodell zunehmend von digitalisierten Lieferketten, E-Commerce und Retail-Media-Initiativen geprägt wird.
Janna Ensthaler bringt ihre Erfahrung als Wagniskapitalgeberin und Jurorin der Gründershow „Die Höhle der Löwen“ ein. Ihr thematischer Schwerpunkt liegt auf Frühphasen-Finanzierungen, nachhaltigen Technologien und Skalierungsmodellen für europäische Startups. Ergänzt wird dieses Spektrum durch Matthias Schweighöfer, der als Schauspieler, Regisseur und Produzent Einblicke in moderne Medienproduktion, Storytelling und die Monetarisierung digitaler Inhalte liefert.
Konkrete Vortragstitel behalten sich die Veranstalter für spätere Veröffentlichungsrunden vor. Die frühe Verpflichtung signalisiert jedoch das Vorhaben, das inhaltliche Fundament abseits reiner Marketingthemen breiter aufzustellen.
Ausweitung auf drei Tage und vertiefte B2B-Formate
Die gravierendste Neuerung betrifft den zeitlichen Ablauf auf dem Areal der Hamburg Messe. Vom 3. bis 5. Mai 2027 erstreckt sich die Veranstaltung erstmals über drei Werktage. Während vereinzelte Tourismus- und Stadtführer noch veraltete Termine mit zweitägiger Dauer ausweisen, basieren die operativen Planungen bereits verbindlich auf dem erweiterten Dreitageskonzept.
Der Eröffnungstag am 3. Mai 2027 dient vorrangig intensiven Masterclasses in kleineren Gruppen sowie kuratierten Partnerveranstaltungen im gesamten Hamburger Stadtgebiet. Die klassische Hauptmesse mit weitläufiger Expo, Mainstage-Keynotes, Ständen der Aussteller und Abendveranstaltungen konzentriert sich auf den 4. und 5.
Mai 2027. Insgesamt umfasst die Planung Auftritte von über 800 Referenten, mehr als 250 Masterclasses sowie rund 200 geführte Messerundgänge.
Überdies forcieren die Organisatoren das geschäftliche Vernetzungsangebot. Rund 22.000 im Vorfeld koordinierte B2B-Matchmaking-Treffen sollen gezielt Führungskräfte, Investoren und Dienstleister zusammenbringen. Für den Standort Hamburg bedeutet das Format langfristige Planungssicherheit: Die vertragliche Partnerschaft zwischen der ramp106 GmbH und der Hamburg Messe und Congress läuft verbindlich bis mindestens ins Jahr 2035.
Skalierung, Teilnehmerstruktur und veränderte Ticketpreise
Auf dem Messegelände rechnet die Leitung im Mai 2027 mit rund 70.000 Besuchern. Diese Zahl verdeutlicht das kontinuierliche Wachstum des Formats: Verzeichnete die Veranstaltung im Jahr 2018 noch rund 40.000 Gäste, stieg das Aufkommen im Jahr 2019 auf 52.000 und überschritt im Jahr 2024 die Marke von 67.000 Teilnehmenden. Flankiert wird der Publikumsandrang von über 1.000 Ausstellern und Partnerunternehmen.
Die Zusammensetzung des Publikums wandelt sich parallel zur Vergrößerung der Hallenflächen. Nach Angaben der Veranstalter zählen mittlerweile rund 30 Prozent der Fachbesucher zum Top-Management oder zur gehobenen Führungsebene mit direkter Budget- und Entscheidungsbefugnis. Zugleich gewinnt das Format an internationaler Reichweite: Mehr als 20 Prozent der Teilnehmenden reisen inzwischen von außerhalb der DACH-Region aus über 40 Ländern an.
Die Ausweitung auf drei Veranstaltungstage zieht eine spürbare Anpassung der Eintrittspreise nach sich. Der reguläre Festival-Pass verteuert sich von bisher 599 Euro auf 649 Euro. Für Frühbucher liegt das Ticketkontingent bei 479 Euro.
Kooperationspreise, beispielsweise für Mitglieder des Bundesverbands Industrie Kommunikation, sind auf 399 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer festgesetzt. Internationale Buchungsportale listen entsprechende Zugangskontingente derzeit in einer Spanne von 510 bis 700 US-Dollar.
Strategische Positionierung und Ausblick auf kommende Themenfelder
Philipp Westermeyer, Gründer von OMR und Geschäftsführer der ramp106 GmbH, verfolgt mit der formatbezogenen Weiterentwicklung das Ziel, über reine Inspiration hinaus belastbare Geschäftsbeziehungen und industrielle Lösungen zu fördern. Die Messe soll sich noch stärker als zentrale europäische Drehscheibe für digitale Wertschöpfung etablieren.
In den kommenden Monaten plant die Messeleitung weitere Ankündigungswellen. Inhaltlich dürften dabei technologische Großthemen im Vordergrund stehen, allen voran Anwendungen der Künstlichen Intelligenz, Veränderungen in der Plattformökonomie sowie Enterprise-Software für B2B-Prozesse. Marktbeobachter verfolgen genau, wie das Führungsteam die thematischen Schwerpunkte gewichtet und welche internationalen Technologiekonzerne das Programm für den Messefrühling 2027 komplettieren.







