Der Fokus von Investoren verlagert sich zunehmend auf gründergeführte Unternehmen. Dies zeigt sich in Marktbewertungen und strategischen Entscheidungen bei Firmen wie On Holding und Klarna, deren Gründer die Mission und Kapitalallokation steuern. Diese Entwicklung beobachten Marktteilnehmer vor dem Hintergrund eines sich verlangsamenden Lohnwachstums in der Eurozone.

Dies könnte den Zentralbanken mehr Spielraum für eine stabile Geldpolitik eröffnen.

Gründer als Garanten für langfristigen Wert

Die Präsenz der Gründer in der Führungsebene gilt zunehmend als Indikator für langfristige Wertschöpfung. Persönliches Engagement und eine klare Vision der Unternehmenslenker sind dabei zentrale Faktoren. Unternehmen wie On Holding, die Klarna Group und Stripe führt die Analyse als Beispiele für gründergeführte Firmen an, die messbare Leistungskennzahlen aufweisen oder ihr Produktportfolio erweitert haben.

Analysten und Investoren bewerten diese Konstellation oft als Pluspunkt. Sie erwarten dadurch eine stabilere strategische Ausrichtung und eine stärkere Identifikation mit der Unternehmensmission.

On Holding: Premium-Marke mit Wachstumspotenzial

Der Schweizer Sportbekleidungshersteller On Holding mit Sitz in Zürich spezialisiert sich auf Premium-Performance-Running-Schuhe, Outdoor-Schuhe und Sportbekleidung. Co-Gründer und CEO Olivier Bernhard leitet das Unternehmen. On vertreibt seine Produkte über den direkten E-Commerce, eigene Stores und ein Netzwerk von Großhandelspartnern, darunter Laufsport-Fachgeschäfte und Lifestyle-Händler.

Für On nennt die Analyse hohe Bruttomargen, Gewinnwachstum und einen hohen Return on Equity. Der Umsatz aus Sportschuhen liegt demnach bei rund 3,2 Milliarden Schweizer Franken. Ein Umsatzbeitrag aus dem Asien-Pazifik-Raum von rund 616 Millionen Schweizer Franken gehört ebenso zu den Kennzahlen.

Die Marktkapitalisierung beziffert sich auf 10,0 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig nennt die Analyse Herausforderungen wie die Abhängigkeit von Premium-Preisen und externe Kreditaufnahme. Jüngst führten gekürzte Prognosen für das zweite Quartal 2026 und eine schwächere Entwicklung im Großhandel zu Kursvolatilität der Aktie.

Klarna Group: Wachstum trotz Gegenwind

Die Klarna Group bietet digitale Bank- und Zahlungsdienstleistungen an, insbesondere Buy-Now-Pay-Later-Lösungen. Sebastian Siemiatkowski ist CEO und Mitgründer. Das Produktportfolio umfasst die Klarna App, Karten und Händler-Integrationen.

Es wurde laut Analyse um Sparkonten, Klarna Debit- und Finanzierungskarten sowie Peer-to-Peer-Geldtransfers erweitert [4]. Partnerbeziehungen mit Apple und großen US-Einzelhändlern zählt die Analyse auf.

Finanzkennzahlen aus der Analyse zeigen, dass Klarna 4,0 Milliarden US-Dollar Umsatz aus Datenverarbeitungs- und Zahlungsdiensten erwirtschaftet. Davon entfallen 1,5 Milliarden US-Dollar auf die USA und 921 Millionen US-Dollar auf Deutschland. Die Marktkapitalisierung wird mit 5,3 Milliarden US-Dollar angegeben.

Im zweiten Quartal 2026 meldete Klarna ein Nettoeinkommen von 9 Millionen US-Dollar gegenüber einem Vorjahresverlust von 53 Millionen US-Dollar. Der operative Gewinn lag bei 27 Millionen US-Dollar. Die Nutzerzahl übersteigt 120 Millionen, und das Händlernetzwerk umfasst mehr als 1,2 Millionen Einzelhändler.

Das Bezahlprogramm zählt laut Analyse rund 2 Millionen Abonnenten, ein Zuwachs von etwa 700 Prozent im Jahresvergleich.

Klarna korrigierte die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 von zuvor über 4,34 Milliarden US-Dollar auf 4,08 bis 4,16 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig senkte das Unternehmen die GMV-Prognose von über 155 Milliarden US-Dollar auf 149 bis 151 Milliarden US-Dollar. Als Gründe führt die Analyse Währungseffekte mit einem Einfluss von rund 600 Millionen US-Dollar und eine vorsichtigere Einschätzung der Einzelhandelsvolumina in Europa, insbesondere Deutschland, an.

Parallel dazu erhöhte Klarna die Prognose für die Transaktionsmarge. Dies begründet das Unternehmen mit einem Fokus auf margenstärkere Volumina [3].

Stripe und Affirm: Beispiele für gründergeführte Zahlungsanbieter

Stripe wurde 2011 von John und Patrick Collison gegründet. Das Unternehmen entwickelte sich laut Analyse von einer entwicklerfreundlichen Zahlungs-API zu einer breiteren Finanzinfrastruktur-Plattform. Für Stripe nennt die Analyse einen verarbeiteten Gesamtzahlungsumfang von 1,9 Billionen US-Dollar und einen Net Revenue von 6,8 Milliarden US-Dollar.

Eine Bewertung in einem Tender Offer im Februar 2026 gibt die Analyse mit 159 Milliarden US-Dollar an.

Affirm, geführt von Max Levchin, einem Mitgründer von PayPal, setzt laut Analyse auf einen weitgehend eigenen Aufbau der Software zur Verlustprognose. Dies verursachte in frühen Jahren hohe Kosten. Die Analyse nennt für Affirm eine aktuelle Marktbewertung von 25 Milliarden US-Dollar sowie ein Nettoeinkommen von 100 Millionen US-Dollar im ersten Quartal 2026.

Ausblick: Beobachtung durch Investoren und offene Fragen

Anleger verfolgen gründergeführte Unternehmen verstärkt. Als Beispiel nennt die Analyse das Duquesne Family Office von Stanley Druckenmiller, das im zweiten Quartal 2026 signifikante Positionen in Amazon und Alphabet aufgebaut hat [9].

Bei Klarna kündigten die Quellen an, dass CMO David Sandstrom und CFO Niclas Neglén Anfang 2027 das Unternehmen verlassen werden [4]. Die Recherche enthält widersprüchliche Angaben zum Börsenstatus von Klarna. Einige Quellen nennen Zahlen und eine Marktkapitalisierung, die einem börsennotierten Unternehmen entsprechen würden.

Andere Quellen geben an, Klarna habe 2025 ein Listing abgeschlossen. Die Quellenlage lässt den konkreten NYSE-Status von Klarna in der vorliegenden Recherche offen; diese Diskrepanz erfordert für eine definitive Aussage weitere Klärung.

Ob einzelne Unternehmen ihren Wachstumskurs halten können, hängt von der operativen Umsetzung ihrer Strategien und von makroökonomischen Rahmenbedingungen ab. Die genannten Finanzkennzahlen, Personalwechsel und Prognoseanpassungen sind relevante Punkte, an denen Marktbeobachter die weitere Entwicklung messen werden.