Pinterest, die Plattform für visuelle Suche und Inspiration, meldet eine hohe Treffsicherheit bei ihren jährlichen Trendprognosen. Das Unternehmen gibt an, dass 88 Prozent der Vorhersagen der vergangenen sechs Jahre eingetreten sind. Mit dem „Pinterest Predicts 2026“-Report im Dezember 2025 liefert Pinterest datengestützte Einblicke in kommende Marktentwicklungen.
Pinterest positioniert sich als Quelle für Trendforschung. Nutzer verwenden die Plattform aktiv für die Planung zukünftiger Vorhaben. Diese proaktive Suchintention generiert Milliarden von Datenpunkten, die das Unternehmen nach eigenen Angaben in Prognosen umwandelt.
Zudem betont Pinterest, seine Vorhersagen seien weniger reaktiv auf kurzlebige Hypes als andere Plattformen und zielten stärker auf längerfristige Trends ab.
Methodik der Prognosen
Für den „Pinterest Predicts 2026“-Report analysierte Pinterest Milliarden von Suchanfragen und gespeicherten Inhalten. Diese Daten umfassen den Zeitraum zwischen September 2024 und August 2025 auf der Plattform. Die Prognosen umfassen 21 Trends aus den Bereichen Mode, Beauty, Wohnen, Essen und Reisen.
Die Studie zitiert Pinterest wörtlich: „88% of our trends predicted over the past six years have come true—so you can count on these insights to power results that last.“ Dies untermauert den Anspruch an die Genauigkeit der Vorhersagen.
Die Trends für 2026 konzentrieren sich laut dem Report auf drei Themen: emotionaler Komfort und Zugehörigkeit, Kuration statt Kopie sowie „geerdeter Optimismus“. Sydney Stanback, Global Head of Trends and Insights bei Pinterest, erklärt dazu, dass Verbraucher 2026 Komfort, Authentizität und Optimismus suchen werden, um die ständige Reizüberflutung zu dämpfen.
Gen Z als Innovationstreiber
Pinterest identifiziert die Generation Z als wichtigen Treiber der Trends. Diese Altersgruppe trage 67 Prozent der Trends für 2026. Die globale Kaufkraft der Generation Z wird voraussichtlich bis 2030 ein Volumen von zwölf Billionen US-Dollar erreichen. Pinterest berichtet überdies, dass Trends heute 4,4-mal schneller wachsen als noch vor sieben Jahren.
Konkrete Beispiele aus dem Report untermauern die Nutzung der Plattformdaten. Die Beauty-Marke Rhode, gegründet von Hailey Bieber, wurde im Mai 2025 von e.l.f. Beauty übernommen; der mögliche Kaufpreis belief sich auf bis zu eine Milliarde US-Dollar.
Rhode hatte in den zwölf Monaten vor dem Deal einen Nettoumsatz von 212 Millionen US-Dollar erzielt. Parallel dazu nutzte der Einzelhändler Pacsun laut Pinterest Such- und Pin-Daten, um die „Better in Baggy“-Kampagne zu starten. Infolgedessen stieg der Anteil von Baggy- und Loose-Fit-Styles am Denim-Verkauf von Pacsun innerhalb eines Jahres von etwa acht Prozent auf 80 Prozent.
Neue Wege in der Trendmonetarisierung
Für 2026 kündigt Pinterest erstmals Kooperationen mit ausgewählten Marken und Einzelhändlern an. Dazu gehören Cult Beauty, Tommy Hilfiger und Wolf & Badger. Ziel ist es, Nutzern eine On-Platform-Shopping-Erfahrung zu den identifizierten Trends zu ermöglichen. Pinterest hebt hervor, dass sich daraus ein direkterer Weg von Inspiration zum Kauf ergeben soll.
Der „Brooched“-Trend veranschaulicht die zugrunde liegenden Daten. Suchen nach „brooch for men suit“ stiegen um 90 Prozent und „heirloom jewelry“ um 45 Prozent. Auf Pinterest erreichte der Suchbegriff „brooch outfit ideas“ einen Interesse-Score von 92.
Auf Google erreichte „brooch“ im Februar 2026 einen Höchststand. Laut dem Report waren Broschen zudem auf den Herbst/Winter-2026-Laufstegen von Designern präsent. Beim „Funhaus“-Trend — zirkus-inspiriertes Home-Dekor — stiegen Suchen nach „circus interior“ um 130 Prozent.
Schauspieler Richard E. Grant zeigte sein Esszimmer dem Report zufolge in diesem Stil auf Instagram.
Ausblick auf die weitere Entwicklung
Die historisch hohe Erfolgsquote von Pinterest Predicts und die vorgestellten Fallbeispiele unterstreichen die Relevanz datengestützter Trendforschung für Unternehmen. Marktbeobachter werden verfolgen, inwieweit die für 2026 prognostizierten Trends – darunter „Gimme Gummy“, „Pen Pals“ und „Cabbage Crush“ – sich im Laufe des Jahres durchsetzen. Die verstärkte Integration von Shopping-Optionen und Markenpartnerschaften gilt als ein Faktor, mit dem Pinterest seine Position im E-Commerce-Ökosystem ausbauen könnte.
Offene Fragen bleiben bezüglich der detaillierten Bewertung der 88-Prozent-Quote für 2026, die der Report nicht vollständig erläutert. Ebenso sind potenzielle Auswirkungen auf die Werbebudgets anderer Plattformen bisher nicht klar absehbar. Die Entwicklung wird zeigen, inwieweit diese Prognosen tatsächliche Marktbewegungen widerspiegeln.







