Die Formel 1 gewinnt kontinuierlich an Popularität. Neben technischen und sportlichen Entwicklungen tragen mediale Formate wie die Netflix-Serie „Drive to Survive“ zu diesem Wachstum bei und sprechen insbesondere jüngere Fans an. Red Bull und seine Rennteams spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Belastbare Belege, dass das spezifische Team Racing Bulls im Zentrum einer eigenständigen, nachweisbaren Gen-Z-Offensive steht, liefert die vorliegende Recherche jedoch nicht.

Red Bulls strategisches Fundament im Motorsport

Red Bull integriert Motorsport seit Langem in seine Markenstrategie. Das Unternehmen ist bekannt dafür, Extremsportarten und ein jugendliches Image gezielt im Marketing einzusetzen. Der Popularitätszuwachs der Formel 1 resultiert teilweise aus Formaten wie „Drive to Survive“, die Reichweite und Zuschauerzahlen, gerade bei jüngeren Zielgruppen, erhöhen.

Quellen, die Racing Bulls thematisieren, nennen Authentizität und direkte Interaktion als strategische Ziele. Die Recherche weist zugleich darauf hin, dass detaillierte, teamspezifische Nachweise fehlen, die belegen, dass diese Strategie exklusiv oder in besonderer Form für Racing Bulls verfolgt wird.

Ein sichtbares Beispiel für medienwirksame Fahrerformate ist das Red Bull Event „Max vs 100“ in Silverstone. Max Verstappen nahm am 16. September 2026 an diesem Rennen mit 101 identischen Karts teil.

Verstappen startete von hinten, überholte 100 Karts, davon 64 in der ersten Runde, und gewann das 35 Minuten dauernde Rennen. Produzenten und Beobachter – etwa Simon Corney als Executive Producer und David Coulthard als ehemaliger Grand-Prix-Fahrer – hoben den Wettbewerbscharakter und die Legitimität des Formats hervor.

Digitale Kanäle und Persönlichkeitsmarketing

Red Bull bindet Fahrer in medienwirksame Events und Produktionen ein, die Content für digitale Kanäle liefern. Genannte Namen in der Recherche sind Max Verstappen, Arvid Lindblad, der in dieser Saison sein Formel-1-Debüt im Racing Bulls Junior Team gab, sowie Isack Hadjar, dessen Vertrag Red Bull bis 2027 verlängerte. Solche Persönlichkeiten liefern Material für Social-Media-Formate und Events, das jüngere Zielgruppen anspricht.

Markenorientierte Ansätze, die Erlebnisse und Content vor klassischer Produktwerbung priorisieren, beschränken sich nicht auf den Motorsport. Beispiele aus anderen Branchen zeigen vergleichbare Taktiken. Crocs gilt als früher Anwender des TikTok Shop.

Laut Recherche erzielte Crocs in den zwölf Monaten bis April einen geschätzten Umsatz von 52,4 Millionen US-Dollar über TikTok Shop und zählt mehr als drei Millionen Follower auf TikTok. Führungskräfte von Crocs betonen das Experimentieren mit dem Kanal als Teil ihrer Strategie.

Zur Zielgruppe Gen Z liegen unterschiedliche Zahlen vor. Eine Pew-Umfrage aus 2023 ergab, dass 67 Prozent der US-Highschool-Senioren erwarten, irgendwann zu heiraten. Zum Vergleich: 1993 waren es noch 80 Prozent.

Interne Forschung der Match Group für die Dating-App Upward zeigt, dass 72 Prozent der Gen-Z-Personen heiraten wollen und 99 Prozent der 18- bis 30-Jährigen auf der Upward-App angeben, schnell heiraten und Kinder haben zu wollen. Marken wie Match interpretieren solche Ergebnisse als Grundlage für spezifische Positionierungen.

Herausforderungen und zukünftige Entwicklungen

Die direkte, quantifizierbare Verbindung einzelner Marketingmaßnahmen von Racing Bulls zu einem messbaren Zuwachs an Gen-Z-Fans lässt sich mit den vorliegenden Quellen nicht herstellen. Es fehlen belastbare Altersdaten und Zuordnungen, die Veränderungen in der Zuschauerstruktur konkret Teams oder Aktionen zuschreiben.

Technologische Trends deuten darauf hin, dass Künstliche Intelligenz und datengetriebene Ansätze im Motorsport und angrenzenden Bereichen an Bedeutung gewinnen. Ein Beispiel ist die erneuerte Partnerschaft von Tata Consultancy Services (TCS) mit Jaguar TCS Racing, wobei TCS als offizieller KI-Partner fungiert. TCS erzielte im Geschäftsjahr bis 31.

März 2026 einen Jahresumsatz von über 30 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen nennt die Nutzung von KI und fortschrittlichen Technologien zur Leistungsoptimierung im Motorsport als Ziel. Auch im Bereich digitaler Kundenerlebnisse gibt es Beispiele.

Die angekündigte Aktualisierung der CZR-Exchange-App vor TOKEN2049 in Singapur zeigt, dass Plattform- und UX-Optimierungen Teil der Ansprache digital affiner Zielgruppen sind.

Ob und wie Red Bull beziehungsweise Racing Bulls solche Technologien gezielt für Marketing und personalisierte Ansprache der Gen Z einsetzen, ist aus den vorliegenden Quellen nicht direkt belegt. Die Recherche zeigt, dass Red Bull und andere Akteure medienwirksame Formate und digitale Kanäle nutzen. Spezifische, messbare Effekte einzelner Maßnahmen auf die Gen-Z-Reichweite bleiben jedoch offen.