Rockstar Games, Entwickler des kommenden Grand Theft Auto VI (GTA 6), stößt in Miami-Dade County auf politischen Widerstand. Die Marketingkampagne des Spiels, das am 19. November für PlayStation 5 und Xbox Series X|S erscheint, kollidiert mit Lokalpolitikern.
Das Spiel ist in „Vice City“ angesiedelt, einer fiktionalen Version von Miami. Diese Verbindung zur realen Metropolregion nutzt der Publisher für seine Werbezwecke. Die Kampagne löst eine Debatte über die Darstellung von Kriminalität und Gewalt aus.
Massive Werbeoffensive und lokale Deals
Rockstar Games, eine Tochtergesellschaft von Take-Two Interactive, strebt eine „Vice City“-Übernahme der Metropolregion Miami-Dade County an. Ein Beispiel ist ein großes „Welcome to Vice City“-Schild. Dieses installierte das Unternehmen im September mittels Helikopter auf dem Dach des County-eigenen Kaseya Centers.
Für dieses Placement zahlte Rockstar 975.000 US-Dollar. Dieser Betrag liegt 25.000 US-Dollar unter der Millionengrenze, ab der eine Abstimmung des County Boards erforderlich gewesen wäre.
Die Stadt Miami Beach genehmigte einen Deal über bis zu 4 Millionen US-Dollar für diskretes Vice-City-Branding auf Strandstühlen und Sonnenschirmen. Diese Platzierungen sind für den Zeitraum 15. Oktober bis 31.
Dezember vorgesehen. Die City of Miami genehmigte zudem temporäre Banner im Wert von bis zu 1,2 Millionen US-Dollar. Diese sind auf den Innenstadtbereich zwischen Fifth Street, Miami River, Biscayne Bay und Second Avenue beschränkt.
Ein County-Official bezifferte Rockstars Ausgaben für die Marketingkampagne auf mindestens 150 Millionen US-Dollar.
Das Büro der Bürgermeisterin Daniella Levine Cava sieht in möglichen Kooperationen eine Einnahmequelle und eine Chance, Miami-Dade einem großen Publikum zu präsentieren. Carlos Suarez, Sprecher der Bürgermeisterin, sagte: „Nothing has been formally agreed to or approved, and any idea would have to go through the appropriate review and approval process. Given Miami-Dade’s clear influence on the game, we think there could be a unique opportunity to generate revenue for the County while showcasing Miami-Dade to a massive audience.“
Anthony Rodriguez, Vorsitzender der Kommission, sagte: „We are all adults in this community. We recognize it’s just a game.“ Er bezeichnete das Spiel als fiktiv.
Widerstand gegen Glorifizierung von Kriminalität
Teile der Lokalpolitik und der Strafverfolgungsbehörden lehnen die Nutzung öffentlicher Ressourcen für die Werbung ab. Sheriff Rosie Cordero-Stutz und Kommissar Juan Carlos Bermudez veröffentlichten eine gemeinsame Erklärung mit der Kernaussage: „Miami-Dade County is not Vice City.“
Sheriff Cordero-Stutz sagte: „Grand Theft Auto is a video game franchise built around criminal activity.“ Sie wies zudem darauf hin, dass die fiktive Welt des Spiels „murder, robbery, drug trafficking, carjacking, violence against law enforcement, and other conduct that the men and women of the Miami-Dade Sheriff’s Office work every single day to prevent“ darstelle. Kommissar Bermudez sagte: „We should be promoting the Miami-Dade we have worked so hard to build, not a fictional version of our community defined by crime and violence.“
Weitere Kommissare äußerten Einwände. René Garcia sagte: „We’re depicting Miami like a murder capital.“ Micky Steinberg erklärte: „Philosophically, I feel we should not be moving forward.“
Die Miami-Dade County Association of Chiefs of Police schrieb: „While we respect creative expression and the economic impact of the entertainment industry, we cannot support using the identity of Miami-Dade County to promote a game that depicts and glorifies violence.“ Kommissar David Suarez zeigte während einer Sitzung eine Spielszene, in der auf Polizisten geschossen wird, um die Darstellung zu verdeutlichen.
Offene Fragen und kommende Entscheidungen
Bei einem Treffen der County Commission äußerten mehrere Kommissare Einwände gegen die Verhandlungen des Bürgermeisterbüros über bezahlte Promotionen in County-Einrichtungen. Eine Abstimmung darüber wurde auf den 20. Oktober verschoben.
Die Debatte dreht sich unter anderem darum, ob das County für Marketing-Exposition bezahlt wird oder ob öffentliches Eigentum von den Werbemaßnahmen ausgespart bleibt.
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Fiktionale Darstellungen nutzen hier reale Orte als Kulisse und werfen damit moralische oder sicherheitspolitische Bedenken auf. Analysten und Beobachter warten auf die Entscheidung der County Commission und die weiteren Reaktionen der Beteiligten.







