Tesla setzt in Deutschland auf leistungsorientierte Mitarbeiterentwicklung. Der Elektroautohersteller integriert regelmäßige Performance-Reviews und Weiterbildungsangebote in seine deutschen Strukturen. Diese Maßnahmen gehen einher mit einer Personaloffensive in der Gigafactory Berlin-Brandenburg, wo Tesla tausende neue Arbeitsplätze plant.
Das Unternehmen fördert seine Belegschaft gezielt. Mitarbeitende durchlaufen regelmäßige Performance-Reviews, welche die persönliche und berufliche Entwicklung unterstützen. Ergänzt wird dies durch spezifische Trainings- und Weiterbildungsmöglichkeiten, darunter Hochvoltschulungen und Managementtrainings.
Das Vergütungspaket umfasst neben wettbewerbsfähigen Gehältern auch Tesla-Aktien oder einen Cash-Award. Hinzu kommen Corporate Benefits, 30 Tage Urlaub, ein 13. Monatsgehalt sowie die Option auf eine betriebliche Altersvorsorge und einen Zuschuss zum Deutschlandticket.
Wachstum in Grünheide: Tausende neue Stellen
Die Personaloffensive konzentriert sich auf die Gigafactory Berlin-Brandenburg in Grünheide. Zuletzt beschäftigte Tesla dort 10.700 Mitarbeitende. Der Konzern plant die Schaffung von 3.500 zusätzlichen Arbeitsplätzen in der Fahrzeug- und Batteriefertigung.
Nach dieser Joboffensive soll die Mitarbeiterzahl allein in der Autoproduktion auf 12.700 steigen. Im April kündigte Tesla an, bis Ende Juni 1.000 neue Mitarbeitende einzustellen; 700 von ihnen nahmen bereits im Juli ihre Tätigkeit auf. Zusätzlich sind 1.500 neue Beschäftigte für die Batteriezellfertigung in Grünheide vorgesehen.
Im Laufe des Jahres sollen überdies rund 500 Leiharbeitnehmer in Festanstellung übernommen werden. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke bezeichnete die Gigafactory in diesem Kontext als „Jobmotor“ und „Erfolgsgeschichte“ für die Region.
Die Produktionskapazitäten der Gigafactory Berlin-Brandenburg steigen parallel zur Personalentwicklung. Im Juli erreichte die Produktion 6.200 Fahrzeuge pro Woche. Das Ziel ist eine Steigerung auf 7.500 Fahrzeuge pro Woche ab Oktober, was einer Erhöhung um ein Fünftel entspricht.
Rechnerisch entspricht dies einer jährlichen Produktionsleistung von 375.000 Fahrzeugen, basierend auf 7.500 Einheiten pro Woche. Ursprünglich peilte Tesla in Grünheide 500.000 Fahrzeuge pro Jahr an; langfristig soll eine Million Einheiten erreicht werden. In die Batteriezellfertigung am Standort Grünheide investiert Tesla knapp 250 Millionen US-Dollar, umgerechnet rund 220 Millionen Euro.
Marktentwicklungen und Wahrnehmung
Während die Produktion in Deutschland hochgefahren wird, zeigt sich Teslas Marktanteil bei Elektroautos in Deutschland variabel. Den Höchststand erreichte Tesla 2022 mit 2,6 Prozent, zuletzt lag er im Mai bei 2,1 Prozent. Insgesamt verzeichnete das Unternehmen im Mai 5.111 Zulassungen in Deutschland, ein Plus von 322 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Die Marke Tesla steht in Deutschland auch im Kontext der Wahrnehmung ihres CEOs, Elon Musk. Eine Studie der Marktforschungsunternehmen Uranos und Dynata unter 1.031 Tesla-Besitzern und potenziellen Elektroauto-Käufern nennt Innovationskraft (56 Prozent), den Wunsch nach einem Elektroauto (52 Prozent) und technologische Leistung (43 Prozent) als Gründe für die Befürwortung.
Ablehnung oder Skepsis begründet sich laut der Studie zu 50 Prozent mit Musks politischen und kontroversen Aussagen sowie zu 44 Prozent mit seinem öffentlichen Verhalten. Björn Welzel, Mitgründer von Uranos, kommentierte, die Marke Tesla sei „nicht mehr so stark wie vor einigen Jahren“.
Ausblick: Produktionshochlauf und Produktportfolio
Offene Fragen betreffen die genaue Zuordnung der Produktionsstandorte für bestimmte Modelle im europäischen Markt. Berichte weisen darauf hin, dass das Model Y Performance sowohl aus China nach Europa geliefert werden soll als auch in Grünheide produziert werden könnte; die Quellenlage dazu ist widersprüchlich. Die Steigerung der Produktion in Grünheide deutet auf eine zunehmende Bedeutung des deutschen Standorts für die regionale Versorgung hin.
Analysten und Studien beobachten zudem, wie sich die öffentliche Wahrnehmung von Elon Musk auf die Markenattraktivität in Deutschland auswirkt. Die angekündigten Performance-Reviews sowie die Trainings- und Weiterbildungsangebote sollen der persönlichen und beruflichen Entwicklung der Mitarbeitenden dienen, wie aus Stellenausschreibungen und Unternehmensangaben hervorgeht. Der Erfolg dieser internen Maßnahmen wird sich in der weiteren Entwicklung der Gigafactory und ihrer Produktionsziele zeigen müssen.







