Die U.S. Open 2026 positioniert sich als das potenziell größte Turnier der jüngeren Geschichte. Marken nutzen Pop-up-Events und Aktivitäten außerhalb des eigentlichen Turniergeländes, um Fans ohne Tickets zu erreichen. Damit tragen sie die Turnier-Atmosphäre in die Stadt und erzeugen ein Social-Media-induziertes Gefühl des Verpassens (FOMO).

Pop-up-Marketing als strategischer Zugang

Die Ticketpreise für die U.S. Open 2026 verzeichnen Rekordhöhen. Grounds Passes, die offiziell 65 US-Dollar kosteten, wurden auf Wiederverkaufsplattformen für über 300 US-Dollar angeboten.

Dies entspricht mehr als dem Vierfachen des Originalpreises. Hohe Wiederverkaufspreise erschweren vielen Fans den direkten Zugang und schaffen eine Nische für Marken, die immersives, ortsbasiertes Marketing einsetzen. Mit Pop-up-Stores und Events in Stadtteilen wie Brooklyn und Manhattan sprechen Unternehmen die breite Öffentlichkeit an.

Die Pop-up-Strategie ermöglicht es Marken, Produkte und Botschaften mit dem kulturellen Moment der U.S. Open zu verbinden, ohne eine Präsenz direkt im Stadion zu benötigen.

Beauty-Marken wie Sephora und Eos engagieren sich bei diesen Aktivierungen, um neue weibliche Zielgruppen zu erreichen. Sephora ist der erste offizielle Beauty-Retail-Partner der U.S. Open.

Das Unternehmen startet am 20. August in seiner neuen Filiale am Astor Place das „Gloss Games“-Event. Während des Finals Weekend, das am 12.

September beginnt, bietet die Kette einen Foundation Shade-Matching-Service mit Marken wie Haus Labs, Merit und Armani an.

Eos ist kein offizieller Sponsor der U.S. Open, kooperiert aber mit der Tennisspielerin Ayan Broomfield. Das Unternehmen organisierte am 21.

August einen Brunch für Creators, Athleten und Freunde. Ferner unterstützte es am 22. August zwei Tennis-Clinics, bei denen 100 Women of Color von Ayan Broomfield unterrichtet wurden.

Carley Caldas, Senior Vice President of Marketing and Creative bei Eos, betont: „Ihre gesamte Mission mit Ayan Aces ist es, Tennis zugänglicher zu machen, und so wollten wir das tun und gleichzeitig Teil dieses kulturellen Moments sein.“

Markenpräsenz abseits des Courts

Etablierte Turnierpartner erweitern ihre Präsenz ebenfalls über das Arthur Ashe Stadium hinaus. Evian, offizieller Partner der U.S. Open, veranstaltet am 27.

August die „200 Years Young Celebration“ im Dumbo Archway in Brooklyn. Die Veranstaltung umfasst interaktive Installationen, Live-Unterhaltung, französisch inspirierte Speisen und Evian Carts. Evian verlost zudem unter anderem eine Reise zur Jubiläumsparty, U.S.

Open Courtside-Tickets und einen Aufenthalt im Hôtel Royal in Frankreich.

Lavazza, seit 2015 Partner der U.S. Open und in diesem Jahr der offizielle Kaffeepartner im zwölften Jahr, stellt während der Turnierwoche das neue „Tablì“ Single-Serve Kaffee-Tab-System vor.

Daniele Foti, Vice President of Marketing bei Lavazza North America, erklärt: „Tablì ist das weltweit erste Single-Serve-System, das vollständig aus Kaffee besteht. Es ist daher wichtig, dass die Menschen es tatsächlich in die Hände bekommen und selbst ausprobieren können.“ Lavazza betreibt ein Pop-up bei der USTA Fan Experience in Hudson Yards vom 30.

August bis 5. September. Zudem veranstaltet das Unternehmen ein Tablì-Event mit Highsnobiety im Meatpacking Collective am 5. und 6.

September. Überdies bietet es Signature-Tablì-Drinks, interaktive Spiele und Giveaways an verschiedenen Stationen an. Diese Stadtevents sind öffentlich zugänglich und sollen es Menschen ermöglichen, Teile der U.S.-Open-Erfahrung ohne Ticketzugang zu erleben.

Wirtschaftliche Implikationen und Ausblick

Die USTA kündigte für 2025 eine Investition von 800 Millionen US-Dollar für die Modernisierung des Arthur Ashe Stadiums und den Bau eines neuen Spieler-Performance-Centers an. Nach Angaben der USTA handelt es sich um die größte Einzelinvestition in der Geschichte der U.S. Open, die vollständig ohne öffentliche Gelder finanziert wird.

Das Preisgeld für die U.S. Open 2026 beträgt 108 Millionen US-Dollar. Die Auszahlungen für die erste Runde wurden um 27 Prozent auf 140.000 US-Dollar erhöht.

Die hohen Ticket- und Wiederverkaufspreise führten zu öffentlicher Kritik. Hedgefonds-Manager Bill Ackman bezeichnete es als „absurd“, dass ein Day-1-Grounds-Pass 363 US-Dollar kostete. Offen bleibt, ob die USTA einen Anteil an Wiederverkaufstransaktionen erhält.

Diesbezüglich gibt es keine öffentliche Klarheit. Marken nutzen Pop-up-Formate als Reaktion auf hohe Ticketpreise und gezielt, um Social-Media-induzierte Nachfrage zu nutzen, wie die Kampagnen zeigen. Beobachter werden aufmerksam verfolgen, wie sich die Ticketpreise entwickeln und ob Veranstalter Transparenz zum Umgang mit Wiederverkaufsumsätzen schaffen.