Als Reaktion auf das Misstrauen gegenüber generativer Künstlicher Intelligenz diskutiert die Branche „Made by Humans“ als strategische Positionierung im Marketing. Verbraucher erkennen zunehmend KI-generierte Inhalte. Studien zeigen zudem, dass das Misstrauen die Bedeutung von Transparenz und Authentizität verstärkt.

Medienhäuser ergreifen bereits Maßnahmen, um die Herkunft von Inhalten klarzustellen.

Authentizität als neues Premium-Siegel

Das Label „Made by Humans“ entwickelt sich zu einer bewussten Positionierungswahl im Marketing, die über ein reines Produktionsdetail hinausgeht. Angesichts der Verbreitung von KI-generierten Inhalten gewinnt Authentizität deutlich an Bedeutung. Marken, die die menschliche Beteiligung an der Erstellung betonen, können dadurch Vertrauen bei Zielgruppen stärken.

Eine aktuelle Studie von Animoto, der „2026 State of Video Report“, belegt dies. 83 Prozent der Konsumenten geben an, bereits Videos gesehen zu haben, die sie als KI-generiert vermuteten. 36 Prozent dieser Konsumenten erklären, dass ein solches KI-generiertes Video ihre Wahrnehmung einer Marke negativ beeinflusst. Die Studie formuliert es prägnant: „Consumers can already smell AI video, and a chunk of them trust your brand less the moment they do.“

Qualitäten wie Gefühl, Intuition und Empathie gelten überdies als nicht automatisierbar. Entsprechende Fähigkeiten werden in der Recherche als Eigenschaften genannt, die Künstliche Intelligenz nicht einfach ersetzen kann.

Medienhäuser reagieren auf Deepfakes

Das Misstrauen gegenüber synthetischen Inhalten betrifft auch den Journalismus. Medienhäuser wie der Westdeutsche Rundfunk (WDR) und der Bayerische Rundfunk (BR) reagieren auf das Risiko von Manipulationen durch KI-gestützte Inhalte. Der WDR ist nach den vorliegenden Angaben das erste öffentlich-rechtliche Medienhaus im deutschsprachigen Raum, das der Content Authenticity Initiative (CAI) und der Coalition for Content Provenance and Authenticity (C2PA) beitritt.

Diese Initiativen arbeiten an technischen Standards zur Kennzeichnung vertrauenswürdiger Inhalte. Der WDR hat beim Media Provenance Committee der IPTC ein Zertifikat beantragt und erprobt dessen Anwendung im laufenden Geschäft.

Der BR setzt sich zudem für einen medienkompetenten Umgang mit KI-Technologie ein. Anfang 2026 startet der Sender das „AI for Media Network“ mit einem „Science meets Journalism“-Treffen und baut ein KI-Board auf. Für den Herbst 2026 ist geplant, im ARD-KI-Netzwerk ein Cluster zur Verifikation von Informationen und zur Identifikation von Desinformation zu starten.

WDR und BR sollen dessen kommissarische Leitung übernehmen.

Diese Maßnahmen zielen darauf ab, Herkunft und Authentizität von Inhalten transparenter zu machen, um die Glaubwürdigkeit beim Publikum zu sichern.

Patentkampf um menschliche Innovation

Auch im Bereich Opto-Halbleitertechnik schützt das Patentsystem geistiges Eigentum. Seoul Semiconductor Co., Ltd. und die mit ihm verbundene Seoul Viosys Co., Ltd. führen rechtliche Auseinandersetzungen um Patentrechte. Firmengründer Chung-hoon Lee hebt in der Berichterstattung die Bedeutung des Patentsystems hervor.

Eines seiner zitierten Statements lautet: „Birth is not fair, but opportunity must be fair.“ In der Recherche wird zudem beschrieben, dass er fordert, das System müsse Unternehmen, die Schutzrechte verletzen, strenge Sanktionen auferlegen.

Nach den vorliegenden Informationen erwirkt Seoul Viosys in Indien eine gerichtliche Verfügung gegen Ornate Agencies Private Limited und in den USA eine dauerhafte Unterlassungsverfügung gegen Laser Components USA, da deren Produkte Chips enthielten, die Patente verletzten. Im Juni 2026 bestätigt das Einheitliche Patentgericht (UPC) in Europa eine dauerhafte Unterlassungsverfügung gegen Produkte, die Seouls WICOP-Technologie verletzen. Diese Entscheidungen stehen im Kontext eines Marktes für Opto-Halbleiter mit einem Volumen von rund 200 Milliarden US-Dollar.

Ausblick: Vertrauen im Fokus

Die Positionierung „Made by Humans“ als bewusste Marketingentscheidung gewinnt nach den vorliegenden Quellen weiter an Bedeutung. Angesichts der Fähigkeit von KI, überzeugende, potenziell irreführende Inhalte zu erzeugen, erzielen Marken und Medienhäuser, die auf Transparenz und die menschliche Herkunft ihrer Inhalte setzen, voraussichtlich Wettbewerbsvorteile. Die Erwartung der Konsumenten an Authentizität dürfte sich in den kommenden Monaten und Jahren festigen.

Dies erfordert laut den vorliegenden Analysen nicht nur Anpassungen in Marketingstrategien, sondern auch Investitionen in Technologien zur Inhaltsverifizierung und in transparente Kommunikationsprotokolle. Experten gehen davon aus, dass die Debatte um die Kennzeichnung von KI-generierten und menschlich erstellten Inhalten an Intensität gewinnt und Konsequenzen für gesetzliche Regelungen und Branchenstandards haben könnte. Die weitere Entwicklung wird zeigen, inwieweit regulatorische Rahmenbedingungen und technische Lösungen zur Authentifizierung das Vertrauen in digitale Inhalte langfristig stärken.