CEO Christian Bruch erhöht den Druck auf unrentable Sparten. Einblick in die Strategie des DAX-Konzerns zur Profitabilitätssteigerung.
Von Siemens Energy zu Omterra: Erfolgreiche Transformation in der Energiewende
Nach einem bemerkenswerten Turnaround und strategischer Neuausrichtung schlägt Siemens Energy mit der bevorstehenden Umbenennung in Omterra ein neues Kapitel auf. Dieser Schritt symbolisiert nicht nur den Abschied von einem traditionsreichen Namen, sondern auch den Aufbruch in eine Zukunft, in der Innovationskraft, profitable Transformation und nachhaltige Energieversorgung im Mittelpunkt stehen. Dieser Artikel beleuchtet, wie dieser Wandel Chancen für Investoren und die gesamte Branche eröffnet und welche Lehren Unternehmen daraus ziehen können.
Die globale Energielandschaft befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Einer ihrer prominentesten Akteure, Siemens Energy, erst vor wenigen Jahren aus dem Siemens-Konzern ausgegliedert, steht vor einer wegweisenden Transformation. Ab Ende 2026 wird das Unternehmen, inklusive Siemens Gamesa Renewable Energy, unter dem neuen Namen „Omterra“ firmieren. Dieser mutige Schritt steht exemplarisch für die erfolgreiche Neuausrichtung eines global agierenden Konzerns.
Omterra: Ein Zeichen für die Zukunft der Energie
Die Umfirmierung ist das Ergebnis einer strategischen Langzeitplanung. Bereits seit der Abspaltung im Jahr 2020 war bekannt, dass die Nutzung des Namens „Siemens“ unter Lizenz erfolgte, welche jährlich mit rund 300 Millionen Euro zu Buche schlägt und zeitlich begrenzt ist.
Die Entscheidung für einen neuen, eigenständigen Namen schafft eine klare, unverwechselbare Identität für die Zukunft. „Omterra“ war bereits 2020 im Gespräch und wurde ab Oktober 2021 markenrechtlich geschützt – ein Indiz für strategische Weitsicht und vorausschauende Planung.
CEO Christian Bruch betont, dass dieser Schritt aus einer Position der Stärke erfolgt. Das Unternehmen habe sich strategisch, operativ und finanziell hervorragend aufgestellt. Das gestärkte Vertrauen von Kunden und Kapitalmärkten sowie die signifikante Steigerung der Profitabilität bilden das Fundament für die anstehende Neuausrichtung und ermöglichen einen selbstbewussten Abschied von der traditionsreichen Siemens-Herkunft.
Profitabilität im Fokus: Der Weg zum Dax-Shootingstar
Der Weg nach der Abspaltung war herausfordernd, doch unter der Führung von Christian Bruch gelang Siemens Energy ein beeindruckender Turnaround. Heute gilt der Konzern als Dax-Shootingstar. Die Erfolgsformel basiert auf einer konsequenten Fokussierung auf interne Renditeziele und einer klaren strategischen Ausrichtung.
Bruch setzt hohe interne Renditeziele und überprüft regelmäßig die Performance der einzelnen Divisionen, um gegebenenfalls eine Neuausrichtung oder Veräußerung in Betracht zu ziehen. Dies schafft Anreize für Effizienz und Innovationskraft in allen Geschäftsbereichen und sichert langfristig die Wettbewerbsfähigkeit. Die strategische Positionierung als Technologieanbieter für schätzungsweise ein Sechstel der weltweiten Stromerzeugung – von Gas- und Dampfturbinen über Generatoren und Netztechnologie bis zu Onshore- und Offshore-Windkraftanlagen – bleibt dabei unverändert.
Robustes Wachstum im Siemens-Konzern: Ein Blick auf die Muttergesellschaft
Auch die Siemens AG, als ehemalige Muttergesellschaft, präsentiert beeindruckende Finanzzahlen. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2024 verzeichnete das Unternehmen einen Umsatz von rund 21,1 Milliarden Euro, ein Anstieg von circa 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, und einen Nettogewinn von rund 2,4 Milliarden Euro, was einem Wachstum von circa 20 Prozent entspricht. Der Industriegewinn lag bei etwa 3,3 Milliarden Euro, der Auftragseingang bei rund 24 Milliarden Euro, und die Book-to-Bill Ratio überschritt 1.
Besonders leistungsstark zeigten sich die Segmente Digital Industries mit einem Umsatz von circa 5,5 Milliarden Euro, Smart Infrastructure mit circa 6,0 Milliarden Euro und Mobility mit circa 2,8 Milliarden Euro im Q2 FY2024. Diese Segmente profitieren von wiederkehrenden Software- und Serviceumsätzen, einer hohen Nachfrage nach energieeffizienten Systemen sowie erfolgreichen Lieferfortschritten bei Bahn- und Signalprojekten.
Smarte Technologien und Nachhaltigkeit als Wachstumsmotoren
Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind entscheidende Wachstumstreiber für Siemens. Das Unternehmen investiert zudem erheblich in die Erweiterung seiner Forschungs- und Entwicklungsstandorte. Siemens SDA in Saskatoon schafft 100 neue Positionen und erhöht die lokale Belegschaft auf rund 400 Mitarbeitende, ergänzt durch zusätzliche Büroflächen von 10.000 Quadratfuß.
Der Fokus liegt hierbei auf Schlüsseltechnologien wie AI-Chipdesign und -entwicklung, mit verstärkter Rekrutierung in den nächsten 18 Monaten.
Die Abspaltung von Siemens Energy ermöglichte dem Siemens-Konzern, die direkte Exposition gegenüber volatileren konventionellen Energieerzeugungsbereichen zu reduzieren, während eine strategische Verbindung bestehen bleibt. Der Konzern konzentriert sich damit auf profitables Wachstum im Industriegeschäft.
Der Windkraftmarkt im Aufwind: Omterras Chancen
Der globale Windturbinenmarkt bietet erhebliche Wachstumschancen. Marktprognosen deuten auf eine Marktgröße von 63,5 Milliarden USD bis 2035 hin, mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 8,5 Prozent für den Zeitraum 2026–2035. Treiber sind wachsende globale Windinstallationen, größere Turbinenleistungen, höhere Nabenhöhen und der rapide Ausbau der Offshore-Windenergie.
Herausforderungen bleiben die Volatilität bei Rohstoffpreisen sowie Transport- und Logistikbeschränkungen. Omterra, das auch Siemens Gamesa umfasst, bringt umfassende Expertise im Windgeschäft mit und ist damit in einem Markt aktiv, in dem Siemens Gamesa zu den Top-5-Anbietern gehört. Diese Positionierung verspricht erhebliches Wachstumspotenzial.
Ein Blick auf das Ökosystem der Energiewende
Das Umfeld der Energiewende ist breit und dynamisch. Beispiele aus dem Zuliefer- und Materialbereich zeigen, wie Profitabilität und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen können. Karnell meldete für Q2 2026 einen Nettoverkauf von 584 Millionen SEK und eine EBITA-Marge von 17,1 Prozent.
Gränges wies einen Umsatz von 9.682 Millionen SEK im Q2 2026 sowie den höchsten angepassten operativen Gewinn aller Zeiten und Rekordwerte bei Emissionsintensität und Recycling auf. Gränges emittierte zudem im März 2026 eine grüne Anleihe über 600 Millionen SEK.
Auch Cenergy Holdings (FY2024: Umsatz circa 1,60 Milliarden Euro, Nettogewinn circa 52 Millionen Euro) und Eaton (Eröffnung eines europäischen Additive Manufacturing Centers in Großbritannien) tragen maßgeblich zur Gestaltung der Energieinfrastruktur bei. Materialinnovationen wie die geplante kommerzielle Grafenproduktionsanlage von HydroGraph Clean Power in Bellville, Texas (geplante Jahreskapazität fast 360 Tonnen, Zieleröffnung H1 2027), zeigen zusätzliche Innovationsfelder und die Breite der Entwicklungen.
Was der Wandel für die Zukunft bedeutet und welche Chancen sich auftun
Die Entwicklung von Siemens Energy zu Omterra ist weit mehr als eine bloße Namensänderung. Sie ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie ein globaler Konzern durch strategische Neuausrichtung, konsequenten Fokus auf Rentabilität und den Mut, sich neu zu erfinden, den Herausforderungen des Marktes begegnen kann. Die Transformation bietet nicht nur Omterra selbst immense Chancen, sondern auch eine wichtige Lektion für die gesamte Industrie und Investorenwelt.
Omterra etabliert sich als Vorreiter in der Energiewende, indem es konventionelle und erneuerbare Energielösungen unter einem Dach vereint. Diese holistische Herangehensweise ist entscheidend, um den steigenden globalen Energiebedarf nachhaltig und zuverlässig zu decken. Die Investitionen in zukunftsweisende Technologien und der Ausbau des Windenergiegeschäfts positionieren das Unternehmen optimal, um von den prognostizierten Wachstumsraten im Energiesektor zu profitieren und aktiv die Zukunft der Energieversorgung mitzugestalten.
Für Investoren eröffnen sich dadurch spannende Perspektiven. Omterra demonstriert, dass auch etablierte Unternehmen in Zeiten des Wandels agil bleiben und erhebliche Wertschöpfung generieren können. Das erfolgreiche Management des Turnarounds und die Fokussierung auf profitable Wachstumsfelder sind Indikatoren für eine gesunde Unternehmensführung und ein nachhaltiges Geschäftsmodell.
Unternehmen können von Omterras Beispiel lernen, dass proaktive Anpassung, klare strategische Ziele und ein unbedingter Wille zur Innovation entscheidend sind, um in einem dynamischen Marktumfeld erfolgreich zu sein.
Die Energiewende ist keine Bürde, sondern eine immense Chance – sowohl für Omterra als auch für die gesamte Weltwirtschaft. Sie erfordert Mut, Weitsicht und Innovationskraft, bietet aber im Gegenzug das Potenzial für eine nachhaltigere, resilientere und wirtschaftlich florierende Zukunft für alle Beteiligten. Omterra steht symbolisch für diesen positiven Wandel und zeigt den Weg in eine vielversprechende Ära der grünen Energie.













