Amazon Prime Video erweitert seine Zusammenarbeit mit der AGF Videoforschung und lässt ab Ende Juni erstmals auch Livestreams von Sportevents wie die Champions League oder Wimbledon standardisiert messen. Dieser Schritt schafft endlich Vergleichbarkeit mit klassischen TV-Sendern und dem Konkurrenten DAZN. Für Werbetreibende bedeutet das präzisere Daten und mehr Transparenz in einem wachsenden Markt.
Neue Messstandards bringen Transparenz in den Streaming-Sport
Die AGF Videoforschung, bekannt für ihre TV-Einschaltquoten, misst bereits seit Ende 2025 die Abrufzahlen von Filmen und Serien auf Prime Video. Jetzt kommt ein weiterer Baustein hinzu: Livestreams von Sportevents werden künftig in die wöchentlichen und monatlichen Rankings integriert. Den Auftakt macht das Tennis-Turnier in Wimbledon Ende Juni 2026, bevor im Herbst die Champions League startet.
Die technische Umsetzung erfolgt über die bestehende Server-to-Server-Integration. Damit werden die Sport-Livestreams nach denselben Qualitäts- und Transparenzanforderungen ausgewiesen wie alle anderen Anbieter. Für den Werbemarkt ist das ein wichtiger Schritt: Erstmals lassen sich die Reichweiten von Prime Videos Dienstags-Champions-League-Spielen direkt mit den DAZN-Partien am Mittwoch vergleichen.
Prime Video zeigt Stärke bei Serien und Sport
In den monatlichen Rankings der meistgestreamten Einzelsendungen dominierte Prime Video im Mai 2026 mit der Romantik-Serie „Off Campus“, die bis zu 4,74 Millionen Views erreichte. Selbst etablierte TV-Sender blieben dahinter zurück. Bei DAZN schaffte es das Champions-League-Rückspiel zwischen Bayern München und PSG auf 3,25 Millionen Views. Die Dienstags-Partien von Prime Video fehlten bislang in diesen Tabellen, weil sie nicht nach AGF-Standard gemessen wurden. Amazon veröffentlichte zwar eigene Zahlen, diese waren aber nicht vergleichbar mit den standardisierten AGF-Daten.
Was die Integration für Werbetreibende bedeutet
Kerstin Niederauer-Kopf, CEO der AGF Videoforschung, betont den Nutzen der Erweiterung: „Mit der Erweiterung um Eventlivestreams setzen wir gemeinsam mit Amazon die schrittweise Integration von Prime Video in den AGF-Standard konsequent fort“, so Niederauer-Kopf. Das Ziel sei es, unterschiedliche Angebotsformen nach einheitlichen und vergleichbaren Kriterien abzubilden.
Für Werbetreibende bedeutet das konkret: Sie erhalten nun verlässliche Vergleichswerte für ihre Kampagnen rund um Sportevents. Nils Gräf, Managing Director bei Amazon Ads Deutschland, sieht darin einen klaren Vorteil: „Prime Video bietet mit der Übertragung der Wimbledon Championships, der UEFA Champions League und NBA Basketball ein Premium-Umfeld, das Zuschauerinnen und Zuschauer sowie Werbetreibende gleichermaßen schätzen“, so Gräf. Die AGF-Zahlen liefern nun die objektive Grundlage für Mediaplanung und Budgetentscheidungen.
Die standardisierte Messung macht es einfacher, Werbebudgets zwischen klassischem TV und Streaming zu verteilen. Bislang mussten Mediaagenturen mit unterschiedlichen Metriken jonglieren, was Vergleiche erschwerte. Mit den einheitlichen AGF-Daten können sie nun fundierter entscheiden, wo ihre Kampagnen die beste Reichweite erzielen.
Champions League als Lackmustest für Streaming-Sport
Der eigentliche Test kommt im Herbst mit dem Start der neuen Champions-League-Saison. Prime Video überträgt die Dienstags-Spiele, DAZN die Mittwochs-Partien. Erstmals lassen sich diese beiden Angebote direkt vergleichen. Die Frage ist nicht nur, wie viele Menschen einschalten, sondern auch, wie sich das Publikum zusammensetzt und wie lange es dabeibleibt.
Die AGF-Daten geben Aufschluss über Zuschauerdemografie und Sehdauer. Das ist für Sportrechte-Vermarkter wertvoll, denn sie können so besser argumentieren, warum ihre Plattform für bestimmte Zielgruppen attraktiver ist. Auch für die Vereine und die UEFA sind diese Zahlen interessant, zeigen sie doch, wie gut ihre Spiele beim Publikum ankommen.
Der Markt sortiert sich neu
Die Integration von Prime Video in die AGF-Messung ist Teil einer größeren Entwicklung. Streaming-Dienste werden zunehmend wie klassische TV-Sender behandelt, was Werbetreibenden hilft, ihre Budgets effizienter einzusetzen. Die Grenzen zwischen linearem Fernsehen und On-Demand-Streaming verschwimmen weiter. Wer heute eine Kampagne plant, denkt nicht mehr in Kanälen, sondern in Reichweiten und Zielgruppen – unabhängig vom Übertragungsweg.
Transparenz als Wettbewerbsvorteil
Amazon setzt mit der AGF-Kooperation auf Offenheit. Während manche Streaming-Anbieter ihre Zahlen zurückhalten, geht Prime Video den umgekehrten Weg. Das schafft Vertrauen bei Werbepartnern und zeigt Selbstbewusstsein. Wer seine Reichweiten transparent macht, signalisiert: Wir haben nichts zu verbergen. In einem Markt, in dem Vertrauen entscheidend ist, kann das den Unterschied machen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob sich diese Strategie auszahlt und ob Prime Video bei den großen Sportevents mit den etablierten Anbietern mithalten kann.
agf.de – AGF erweitert Prime Video-Messung
meedia.de – Champions League, Wimbledon & Co.: Amazon lässt Prime-Video-Livesport von der AGF messen (Jens Schröder)
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