Während viele Händler noch mit veralteten Filialnetzen kämpfen, zieht Deichmann einen Schlussstrich unter gewachsene IT-Strukturen. Der Schuheinzelhändler stattet gemeinsam mit Telefónica Deutschland europaweit rund 4.700 Filialen mit einer einheitlichen SD-WAN-Infrastruktur aus. Die zentrale Steuerung ermöglicht es, digitale Anwendungen standardisiert auszurollen und neue Services im Filialbetrieb deutlich schneller zu testen.
Wenn historisch gewachsene Systeme zum Flaschenhals werden
Mobiles Bezahlen, datenbasierte Beratung, nahtlose Omnichannel-Erlebnisse – die Liste der digitalen Anforderungen im stationären Handel wächst kontinuierlich. Doch viele Unternehmen scheitern nicht an fehlenden Ideen, sondern an ihrer Infrastruktur. Historisch gewachsene Filialnetze sind oft ein Flickenteppich aus verschiedenen Lösungen, Anbietern und Standards. Was in der Zentrale funktioniert, lässt sich nicht ohne weiteres auf 4.700 Standorte übertragen.
Genau hier setzt die neue SD-WAN-Architektur an. Die Technologie steuert den Datenverkehr zentral über Software und wählt flexibel die beste Route für jede Datenanfrage. Anders als klassische Unternehmensnetze mit festen Verbindungen analysiert SD-WAN ständig die Verkehrslage und passt sich dynamisch an. Das Ergebnis: höhere Geschwindigkeit, bessere Stabilität und die Möglichkeit, Anwendungen über Ländergrenzen hinweg einheitlich zu betreiben.
Oliver Hainke, Vice President IT Infrastruktur bei Deichmann, bringt es auf den Punkt: „Kundinnen und Kunden unterscheiden heute nicht mehr zwischen online und offline – sie erwarten überall dasselbe Erlebnis: schnell, verfügbar und nahtlos. Die Grundlage dafür ist eine Infrastruktur, die über alle Standorte hinweg einheitlich funktioniert.“
Von Deutschland nach Europa: Migration in zwei Schritten
Die Zusammenarbeit zwischen Deichmann und Telefónica Deutschland startete 2025 mit der Migration von rund 1.300 deutschen Filialen. Telefónica Deutschland übernahm dabei die Rolle als Internet-Service-Provider und schuf die Basis für den nächsten Schritt. Mit dem aktuellen Rollout wird die SD-WAN-Architektur nun europaweit ausgerollt und vereinheitlicht das Filialnetz über alle Länder hinweg. Diese schrittweise Vorgehensweise reduziert Risiken und ermöglicht es, Erfahrungen aus der ersten Phase in die europaweite Umsetzung einfließen zu lassen.
Konnektivität als strategischer Wachstumsfaktor
Andreas Schönfeld, Director Enterprise bei Telefónica Deutschland, ordnet die Bedeutung ein: „Im Handel entscheidet heute die Infrastruktur darüber, wie schnell ein Unternehmen neue digitale Anwendungen umsetzen kann. Viele Händler stoßen hier an Grenzen, weil ihre Systeme historisch gewachsen und schwer skalierbar sind.“
Die neue Infrastruktur ermöglicht es dem Schuhhändler, auf veränderte Geschäftsanforderungen flexibel zu reagieren. Neue Technologien lassen sich zentral testen, ausrollen und bei Bedarf anpassen. Was früher Monate dauerte, kann nun in Wochen umgesetzt werden. Dieser Zeitvorteil verschafft dem Unternehmen Spielraum, um auf Marktveränderungen schneller zu reagieren als der Wettbewerb.
Die Skalierbarkeit der Lösung zeigt sich auch in den Zahlen: Mit rund 4.700 Filialen in über 30 Ländern und etwa 50.000 Mitarbeitern gehört Deichmann zu den großen Playern im europäischen Schuheinzelhandel. Eine einheitliche Infrastruktur über diese Dimensionen hinweg zu etablieren, ist mehr als ein IT-Projekt – es ist eine strategische Weichenstellung für künftiges Wachstum.
Effizienz und Sicherheit durch zentrale Steuerung
SD-WAN bietet neben der Flexibilität weitere Vorteile, die in der Praxis relevant werden. Die effizientere Nutzung bestehender Netze senkt Betriebskosten, während integrierte Schutzmechanismen die Sicherheit erhöhen. Durch die zentrale Kontrolle lassen sich Sicherheitsrichtlinien einheitlich durchsetzen und Updates zeitgleich an allen Standorten ausführen.
Für Händler mit großer Filiallandschaft bedeutet das einen erheblichen Vorteil. Statt jeden Standort einzeln zu betreuen, können IT-Teams zentral agieren und haben dennoch die volle Transparenz über alle Verbindungen. Bei Problemen lassen sich Fehler schneller identifizieren und beheben, was die Ausfallzeiten reduziert und die Kundenerfahrung verbessert.
Wenn Infrastruktur zum Wettbewerbsvorteil wird
Die Modernisierung der Filialinfrastruktur bei Deichmann zeigt exemplarisch, wie Unternehmen im Handel ihre digitale Basis für die Zukunft aufstellen können. Entscheidend ist dabei nicht die Technologie allein, sondern die strategische Ausrichtung: Infrastruktur nicht als notwendiges Übel zu betrachten, sondern als Enabler für neue Geschäftsmodelle und Services. Wer heute in skalierbare, zentral steuerbare Systeme investiert, schafft sich Handlungsspielraum für morgen. Die Frage ist nicht mehr, ob digitale Anwendungen kommen, sondern wie schnell ein Unternehmen sie ausrollen kann.
telefonica.de – Netzinfrastruktur im Handel: Telefónica Deutschland vernetzt tausende DEICHMANN-Filialen in Europa
© Foto: Deichmann SE / Rüdiger Fessel)













