Marco Ganser macht den wohl berühmtesten Werbespruch der deutschen Discounter-Geschichte wahr: Der langjährige Marketing-Chef von Aldi Süd wechselt zu Netto Marken-Discount. Nach acht Jahren bei einem der größten Einzelhändler Deutschlands übernimmt er dort die Leitung für Marketing, Strategie und Transformation – ausgerechnet bei jenem Wettbewerber, dessen ikonischer Slogan „Dann geh doch zu Netto“ längst zum geflügelten Wort geworden ist.

Vom Wettbewerber zum neuen Arbeitgeber

Der Wechsel Gansers ist mehr als nur eine Personalie im Einzelhandel. Er zeigt, wie durchlässig die Führungsebenen zwischen den großen Discountern geworden sind. Bei Aldi Süd verantwortete Ganser als Director Customer Interaction & Marketing Lead die strategische Ausrichtung der Kundenansprache. Nun übernimmt er bei der Edeka-Tochter Netto eine noch breitere Rolle, die neben dem Marketing auch Strategie und Transformation umfasst.

Die Ironie des Wechsels liegt auf der Hand: Ganser bleibt der Discounter-Branche treu, landet aber genau dort, wohin der berühmte Werbespruch unzufriedene Kunden schicken wollte. Was 2017 als frecher Marketing-Gag begann, wird nun zur beruflichen Realität eines Top-Managers.

Die Geschichte hinter dem legendären Slogan

Der Spruch „Dann geh doch zu Netto“ gehört zu den erfolgreichsten Werbekampagnen der vergangenen Jahre im deutschen Einzelhandel. Die Kampagne startete 2017 unter dem Dach „Immer Marken. Immer Günstig. Immer Netto.“ und entwickelte sich rasch zum viralen Hit. Innerhalb eines Jahres steigerte Netto seine Online-Fans um 40 Prozent mehr als der Hauptwettbewerber – bei doppelt so hoher Beliebtheit. Das zugehörige Werbevideo schaffte es auf Platz 6 der erfolgreichsten Werbevideos 2017 auf YouTube in Deutschland und erreichte mehr als 4,1 Millionen Views. Der Slogan zog so schnell in die Alltagssprache ein, dass er heute weit über die ursprüngliche Werbekampagne hinaus verwendet wird.

Strategischer Kopf für die Edeka-Tochter

Für Netto Marken-Discount bedeutet die Verpflichtung Gansers einen strategischen Schachzug. Die Edeka-Tochter holt sich damit Expertise direkt vom größten Wettbewerber ins Haus. Gansers Erfahrung bei Aldi Süd dürfte besonders in Zeiten wichtig sein, in denen der Preiskampf im Discount-Segment härter wird und gleichzeitig die digitale Transformation vorangetrieben werden muss.

Die neue Position verbindet klassisches Marketing mit strategischer Weiterentwicklung und Transformationsprozessen – ein Aufgabenfeld, das zeigt, wie sehr sich die Anforderungen an Führungskräfte im Handel gewandelt haben. Es geht längst nicht mehr nur um Werbung und Kundenkommunikation, sondern um die ganzheitliche Neuausrichtung von Geschäftsmodellen.

Der Wechsel unterstreicht zudem die intensive Rivalität zwischen den großen Discountern. Während Aldi und Lidl traditionell um die Spitzenposition kämpfen, positioniert sich Netto zunehmend als ernstzunehmende Alternative. Mit einem erfahrenen Marketing-Strategen aus dem Lager des Wettbewerbers könnte die Edeka-Tochter ihre Position weiter ausbauen.

Wenn Werbung zur Realität wird

Die Personalie Ganser zeigt exemplarisch, wie sich der deutsche Einzelhandel wandelt. Führungskräfte wechseln häufiger zwischen Wettbewerbern, Loyalität zu einem Arbeitgeber über Jahrzehnte wird seltener. Gleichzeitig profitieren Unternehmen von frischen Perspektiven und Best Practices aus anderen Häusern.

Dass ausgerechnet der Slogan „Dann geh doch zu Netto“ nun zur Karriererealität eines Aldi-Managers wird, dürfte in der Branche für Schmunzeln sorgen. Es ist ein Beleg dafür, dass gutes Marketing nicht nur Kunden bewegt – manchmal inspiriert es auch die Konkurrenz, den Schritt tatsächlich zu wagen.

turi2.de – Marco Ganser leitet die Marketing-Strategie bei Netto

gwa.de – Dann geh doch zu Netto!

new-business.de – Marco Ganser ist von Aldi Süd zu Netto gewechselt

meedia.de – Marketingleiter Marco Ganser verlässt Aldi Süd

netto-online.de – Netto Marken-Discount landet mit zwei Online-Videos Welterfolge

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