In der Münchner Fußgängerzone bahnt sich ein Immobilien-Drama an: Der Verkauf des traditionsreichen Hirmer-Hauses könnte in letzter Minute scheitern. Der Käufer hat offenbar Insolvenzantrag für die eigens gegründete Erwerbsgesellschaft gestellt – und das, obwohl alle Vertragsbedingungen erfüllt sein sollen und der dreistellige Millionenbetrag bereits zur Fälligkeit ansteht.

Insolvenzantrag für die Käufer-Gesellschaft

Der Münchner Immobilien-Investor Erich Schwaiger soll nach Informationen der Süddeutschen Zeitung einen Insolvenzantrag für die CR Mitte 2 GmbH & Co. KG gestellt haben. Diese Gesellschaft wurde ausschließlich zum Erwerb des Hirmer-Hauses gegründet – ein übliches Vorgehen bei Großtransaktionen dieser Art. Was auf den ersten Blick wie eine technische Formalität wirkt, könnte den gesamten Deal zum Platzen bringen.

Ein Sprecher der Hirmer Gruppe bestätigte gegenüber der tz lediglich, dass man die Gerüchte zur Kenntnis genommen habe. Konkrete Informationen von der Käuferseite lägen nicht vor. Sollten sich die Berichte bewahrheiten, wäre dies zwar bedauerlich, hätte aber keine negativen Auswirkungen auf das laufende Geschäft der Hirmer Gruppe. Das Unternehmen verzeichne im Stammhaus gegen den Branchentrend einen positiven Geschäftsverlauf.

Monatelange Hängepartie um den Verkauf

Die Transaktion sollte der Hirmer Gruppe mehr als 100 Millionen Euro einbringen. Das Modehaus selbst würde vom Eigentümer zum Mieter – das operative Geschäft sollte unverändert weiterlaufen. Doch der Deal entwickelte sich zur Geduldsprobe: Bereits seit Monaten zieht sich der Verkaufsprozess hin, zwischenzeitlich sorgte ein nicht auffindbarer Grundschuldbrief für Verzögerungen. Dieses wichtige Dokument ist für die Eigentumsübertragung zentral.

Alle Bedingungen erfüllt – Kaufpreis zur Fälligkeit gestellt

Nach Informationen aus gut informierten Kreisen sollen mittlerweile alle Bedingungen für den Deal erfüllt sein. Der Kaufpreis wurde demnach für die kommende Woche notariell auf fällig gestellt. Das macht die aktuelle Entwicklung umso bemerkenswerter: Gerade in dem Moment, in dem die Transaktion über die Ziellinie gehen sollte, tauchen neue Hindernisse auf.

Warum der Immobilien-Investor, der nach Angaben selbst gern bei Hirmer einkauft, nun Insolvenzantrag für die Käufergesellschaft stellt, bleibt unklar. Schwaiger war für Nachfragen nicht erreichbar. Die Details zu den Hintergründen der berichteten Insolvenz liegen weiterhin im Dunkeln.

Das Hirmer-Haus mit seiner markanten Fassade steht seit Generationen für Beständigkeit in der Münchner Innenstadt. Dass ausgerechnet dieses Traditionsgebäude zum Unruheherd auf dem lokalen Immobilienmarkt wird, hat eine gewisse Ironie. Zuletzt machte das Haus nicht nur wegen des Verkaufs Schlagzeilen, sondern auch durch einen größeren Wasserschaden, der zu einer Rabatt-Aktion führte.

Unsicherheit für alle Beteiligten

Für die Hirmer Gruppe bedeutet die Situation Planungsunsicherheit – auch wenn das operative Geschäft davon unberührt bleibt. Das Unternehmen betont die positive Entwicklung im Handel und den Fokus auf das Kerngeschäft. Sollte der Verkauf tatsächlich platzen, müsste die Suche nach einem neuen Käufer beginnen oder die Immobilie würde im Bestand bleiben.

Die kommenden Tage werden zeigen, ob der Deal noch zu retten ist oder ob einer der größten Immobilienverkäufe in der Münchner Innenstadt in letzter Minute scheitert. Eine offizielle Bestätigung für die Insolvenz der Käufergesellschaft steht weiterhin aus.

tz.de – Hirmer-Haus-Käufer stellt Insolvenzantrag für eigene Kauf-Firma (Uli Heichele)

süddeutsche.de – Krimi um Hirmer-Haus: Investor will Millionen-Deal platzen lassen

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