Bundesbauministerin Verena Hubertz hat am 19. Juni 2026 in Frankfurt einen 13-Punkte-Aktionsplan vorgestellt, der die Baukosten in Deutschland spürbar senken soll. Im Zentrum stehen digitale Bauanträge, verkürzte Genehmigungsverfahren und mehr standardisiertes Bauen. Für Investoren und Bauherren könnte das bedeuten: schneller genehmigt, günstiger gebaut, früher vermietet.
Digitaler Bauantrag wird Pflicht
Die Digitalisierung soll zum zentralen Hebel für günstigeres Bauen werden. Bis 2028 will Hubertz gemeinsam mit den Ländern den vollständig digitalen Bauantrag verbindlich einführen. Papieranträge bleiben dann nur noch in begründeten Härtefällen zulässig. „Ein zentraler Hebel zur Senkung der Baukosten liegt in der Digitalisierung“, so Hubertz bei der Vorstellung des Plans.
Der digitale Prozess soll von der Antragstellung bis zur Genehmigung durchgehend elektronisch ablaufen. Das verspricht kürzere Bearbeitungszeiten und mehr Transparenz für Bauherren. Wer heute noch Wochen auf Rückmeldungen wartet, könnte künftig den Status seines Antrags jederzeit online einsehen.
Maximal zwei Jahre für Bauleitpläne
Bauleitplanverfahren dauern derzeit oft viele Jahre, in Einzelfällen bis zu 15 Jahre. Das soll sich ändern: Hubertz will die Dauer auf maximal zwei Jahre begrenzen. Diese Beschleunigung könnte gerade für Projektentwickler den Unterschied machen zwischen Rentabilität und Verlust. Denn jedes Jahr Verzögerung treibt die Finanzierungskosten nach oben und erhöht das Risiko, dass sich Marktbedingungen ändern. Die zeitliche Planbarkeit gibt Investoren mehr Sicherheit bei der Kalkulation ihrer Projekte.
Serielles Bauen spart Zeit und Geld
Modulares und serielles Bauen soll künftig stärker gefördert werden. Vorgefertigte Bauteile und standardisierte Bauweisen beschleunigen den Bau und senken die Kosten. „Wir haben uns mit den Ländern darüber verständigt, das serielle, modulare und systemische Bauen nun verstärkt auch im Sozialen Wohnungsbau zu fördern, denn das spart Zeit und Geld“, erklärt Hubertz.
Der Gebäudetyp E, eine vereinfachte Bauweise mit weniger komplexen Standards, soll dabei eine wichtige Rolle spielen. Die Bundesregierung will dazu 2026 einen Gesetzentwurf vorlegen. Für Bauherren bedeutet das: weniger aufwendige Planungen, schnellere Genehmigungen und geringere Baukosten bei gleichzeitig ausreichendem Standard.
Eine neue Prüfstelle soll zudem verhindern, dass neue Normen zusätzliche Kostensteigerungen auslösen. Damit reagiert die Ministerin auf eine Hauptkritik der Branche: zu viele Vorschriften, die das Bauen unnötig verteuern.
Ab 2027 soll ein zentrales Förderprogramm „Neubau“ verschiedene Einzelprogramme bündeln. Das vereinfacht die Antragstellung und macht die Förderung übersichtlicher. Die steuerlichen Abschreibungsbedingungen für Investoren, die bislang bis September 2029 befristet sind, will Hubertz verlängern.
Kostentreiber an der Wurzel packen
„Mit dem Maßnahmenpaket würden die Kostentreiber dort angepackt, wo sie entstehen: bei den Normen, bei den Verfahren, bei der Finanzierung“, betont Hubertz. Der Zentrale Immobilien Ausschuss begrüßt den Fokus auf Kostensenkung, fordert aber zusätzlich eigenkapitalentlastende Instrumente wie Bürgschaften oder Garantien.
Die Ministerin zeigt sich entschlossen: „Schluss damit, dass gute Projekte am Ende an den Kosten scheitern.“ Für euch als Investoren und Bauherren könnte das bedeuten: Projekte, die bisher nicht rechneten, werden wieder wirtschaftlich. Die Kombination aus schnelleren Verfahren, niedrigeren Standards beim Gebäudetyp E und besserer Förderung schafft neue Spielräume.
Vom Plan zur Praxis
Der 13-Punkte-Plan ist Teil einer größeren Strategie der Bundesregierung, nach Bau-Turbo und Baugesetzbuch-Upgrade weitere Schritte für bezahlbares Bauen zu setzen. „Wir wollen bezahlbares Bauen wieder zum Regelfall machen“, so Hubertz. Ob die Maßnahmen greifen, wird sich in den kommenden zwei Jahren zeigen. Die verbindliche Einführung digitaler Bauanträge bis 2028 und der Gesetzentwurf zum Gebäudetyp E 2026 sind konkrete Meilensteine, an denen sich der Erfolg messen lässt.
onvista.de – Hubertz will mit Maßnahmenbündel Baukosten spürbar senken
handwerk.com – Baukosten senken: Hubertz legt 13-Punkte-Plan vor
tagesschau.de – Aktionsplan zur Senkung der Baukosten
bmwsb.bund.de – Haushaltsrede Bundesbauministerin Hubertz 2026
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