Das traditionsreiche Fußballmagazin Kicker baut seine WM-Berichterstattung zur Weltmeisterschaft 2026 deutlich aus und setzt dabei konsequent auf Video-Content. Die Redaktion erweitert ihre Highlight-Formate und will künftig deutlich schneller nach Spielende mit Match-Clips online gehen. Dieser Schritt ist Teil einer längerfristigen Video-Strategie, die das Magazin bereits seit einiger Zeit erfolgreich verfolgt.

Video-First statt Print-First: Der strategische Schwenk

Kicker reagiert mit dem Ausbau seiner Video-Aktivitäten auf verändertes Nutzerverhalten. Während klassische Textberichterstattung weiterhin ihre Berechtigung hat, wächst die Nachfrage nach schnellen, visuellen Zusammenfassungen der wichtigsten Spielszenen. Das Magazin plant, zur WM 2026 nicht nur längere Highlight-Zusammenfassungen zu produzieren, sondern auch kurz nach Abpfiff ausgewählte Match-Clips zu veröffentlichen. Diese Geschwindigkeit ist entscheidend, denn in den sozialen Netzwerken zählt jede Minute.

Die Investition in professionelle Videoproduktion zeigt sich auch in der technischen Ausstattung. Das Verlagshaus hat neue Standards in der Videoproduktion gesetzt und sein Setup deutlich aufgerüstet. Damit positioniert sich kicker nicht mehr nur als klassisches Printmedium mit digitaler Ergänzung, sondern als vollwertiger Video-Content-Player im Fußball-Segment.

Plattformübergreifende Distribution als Erfolgsfaktor

Die Video-Strategie von Kicker beschränkt sich nicht auf die eigene Website. Das Magazin nutzt gezielt Social-Media-Kanäle wie TikTok und Facebook, um jüngere Zielgruppen zu erreichen. Dort laufen bereits Formate wie „kicker meets DAZN“ und WM-bezogene Videoclips, die auf die jeweilige Plattform zugeschnitten sind. Diese Multi-Channel-Strategie ermöglicht es, verschiedene Nutzergruppen dort abzuholen, wo sie sich aufhalten. Während die Kernzielgruppe weiterhin die Kicker-Website und App nutzt, erreicht das Magazin über Social Media auch Gelegenheitsfans und eine jüngere Leserschaft, die klassische Sportmedien sonst kaum noch konsumiert.

Schnelligkeit trifft auf journalistische Qualität

Die Herausforderung für kicker liegt darin, die gewohnte redaktionelle Qualität mit der geforderten Geschwindigkeit zu verbinden. Während reine Clip-Aggregatoren oft nur Spielszenen aneinanderreihen, will das Magazin seinen Videos eine journalistische Einordnung geben. Das bedeutet: Nicht nur zeigen, was passiert ist, sondern auch erklären, warum es relevant war.

Diese Verbindung aus Speed und Substanz unterscheidet professionelle Sportmedien von reinen Social-Media-Accounts. Für die Redaktion bedeutet das allerdings auch: schnellere Workflows, mehr Personal im Video-Bereich und eine engere Verzahnung zwischen Text- und Video-Redaktion. Die Investition in ein professionelles Studio-Setup zeigt, dass kicker diesen Weg konsequent gehen will.

Ihr als Medienunternehmer könnt von dieser Entwicklung lernen: Der Ausbau eines Contentformats erfordert nicht nur technisches Equipment, sondern auch die Bereitschaft, Workflows grundlegend zu überdenken. Video-Content entsteht nicht nebenbei, sondern braucht eigene Ressourcen und Expertise.

Wenn Tradition auf Innovation trifft

Die WM 2026 wird zeigen, ob die Video-Offensive von Kicker aufgeht. Das Magazin bewegt sich in einem hart umkämpften Markt, in dem Sportrechte teuer sind und die Konkurrenz durch reine Digital-Player zunimmt. Doch die Kombination aus traditioneller Marke, journalistischer Kompetenz und moderner Video-Strategie könnte sich als Wettbewerbsvorteil erweisen. Wer als etabliertes Medium den Sprung in neue Formate schafft, ohne seine Kernkompetenz zu verlieren, hat gute Chancen, auch in Zukunft relevant zu bleiben.

Die Entwicklung zeigt: Erfolgreiche Medienmarken müssen sich kontinuierlich neu erfinden, ohne ihre Identität zu verlieren. Kicker beweist, dass dieser Spagat möglich ist – mit klarer Strategie, den richtigen Investitionen und dem Mut, Bewährtes weiterzuentwickeln.

meedia.de – Wie stark der „kicker“ die WM-Highlightberichte ausbaut

studiocreators.de – Success Story | Kicker x StudioCreators

© Foto: picture alliance / Eibner-Pressefoto | Eibner-Pressefoto/Ardan Fuessman