Die schwäbische Manufaktur Biegert & Funk holt ihre Wortmatrix-Armbanduhr zurück ins Sortiment. Nach einer Produktionspause kehrt die Qlocktwo W mit deutlich aufgewerteter Technik auf den Markt zurück – inklusive Gyrosensor, App-Steuerung und einer Mondphasenanzeige, die es in dieser Form bisher nicht gab.

Comeback mit technischem Upgrade

Die Qlocktwo W war zwischenzeitlich aus dem Programm genommen worden. Jetzt präsentiert das Unternehmen aus Schwäbisch Gmünd eine überarbeitete Version, die sich vor allem unter der Haube deutlich von ihrem Vorgänger unterscheidet. Das charakteristische Designprinzip bleibt erhalten: 110 Buchstaben bilden eine quadratische Matrix, die die Uhrzeit in Worten anzeigt. Statt Ziffern leuchten Wortkombinationen auf, ergänzt durch vier Minutenpunkte für die exakte Zeitangabe im Fünf-Minuten-Takt.

Was sich geändert hat, ist die Art und Weise, wie ihr mit der Uhr interagiert. Die neue Generation verzichtet auf die reine Knopfbedienung und setzt stattdessen auf einen Gyrosensor. Eine natürliche Handbewegung reicht aus, um die Anzeige zu aktivieren – ein Prinzip, das ihr von Smartwatches kennt, hier aber auf ein analoges Designkonzept übertragen wurde.

Jens Adamik, CEO von Qlocktwo, fasst die Neuerungen zusammen: „Die Anzeige erscheint per Handgelenkbewegung, regelt die Helligkeit automatisch und lässt sich per Flashsetter-App einstellen.“ Damit adressiert das Unternehmen drei zentrale Nutzungssituationen: die intuitive Ablesbarkeit im Alltag, die Anpassung an unterschiedliche Lichtverhältnisse und die komfortable Konfiguration ohne Fummelei an winzigen Drückern.

Lichtsensor und App-Anbindung als Komfortgewinn

Ein integrierter Lichtsensor passt die Helligkeit der LED-Matrix automatisch an die Umgebung an. Das klingt nach einer kleinen Detailverbesserung, macht im Alltag aber einen spürbaren Unterschied: Die Uhr bleibt in hellen Räumen gut ablesbar, ohne nachts wie ein Scheinwerfer am Handgelenk zu wirken. Die manuelle Helligkeitsregelung früherer Modelle entfällt damit komplett.

Die Flashsetter-App für iOS und Android übernimmt erstmals die vollständige Steuerung der Uhr. Zeitzone, Sprache und weitere Einstellungen lassen sich bequem über das Smartphone vornehmen. Das vereinfacht nicht nur die Ersteinrichtung, sondern auch die Anpassung bei Reisen oder Zeitumstellungen. Die App überträgt die Einstellungen drahtlos auf die Uhr – ein Feature, das bei klassischen Designuhren dieser Preisklasse noch nicht zum Standard gehört.

Mondphase als neue Zusatzfunktion

Die wohl auffälligste Neuerung ist die Mondphasenanzeige. Per Knopfdruck zeigt die Qlocktwo W den aktuellen Stand des Mondzyklus an – eine Funktion, die traditionell eher bei mechanischen Luxusuhren zu finden ist. Hier wird sie digital umgesetzt und fügt sich in das minimalistische Designkonzept ein.

Frühere Versionen der Qlocktwo W boten auf Knopfdruck bereits Zusatzinformationen wie Kalendertag oder Sekundenanzeige. Die Mondphase erweitert dieses Spektrum um eine Komplikation, die über die reine Zeitmessung hinausgeht. Für Nutzer, die Wert auf diese astronomische Information legen, ist das ein echter Mehrwert.

Eine Einschränkung gibt es allerdings: Die arabische Sprachversion der Uhr zeigt derzeit ausschließlich die Uhrzeit an. Zusatzfunktionen wie die Mondphase stehen dort nicht zur Verfügung. Das Unternehmen nennt dafür keine technischen Gründe, es dürfte sich um eine bewusste Produktentscheidung handeln.

Akkulaufzeit und Ladekonzept

Die neue Qlocktwo W kommt mit einem integrierten Akku, der laut Hersteller bis zu zehn Tage durchhält. Das ist ein solider Wert für eine Uhr mit permanenter LED-Anzeige und mehreren Sensoren. Zum Vergleich: Viele Smartwatches müssen täglich ans Ladekabel, während klassische Quarzuhren jahrelang mit einer Knopfzelle laufen. Die Qlocktwo W positioniert sich irgendwo dazwischen – mit mehr Technik als eine konventionelle Uhr, aber weniger Ladebedarf als ein vollwertiges Wearable.

Geladen wird die Uhr über einen speziellen Charger aus Aluminium. Das Material passt zur Designsprache der Marke und vermeidet den Plastik-Look günstiger Ladeschalen. Wie genau die Verbindung zwischen Uhr und Ladestation funktioniert – magnetisch oder über Kontakte – wird in den verfügbaren Informationen nicht spezifiziert.

Sprachvielfalt und internationale Ausrichtung

Die Qlocktwo W ist in sieben Sprachen verfügbar: Deutsch, Schweizerdeutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch und Arabisch. Diese Auswahl zeigt die internationale Ausrichtung der Marke und berücksichtigt wichtige europäische Märkte sowie den arabischen Raum. Frühere Generationen der Uhr waren laut älteren Quellen zunächst nur in drei Sprachen erhältlich. Die Erweiterung auf sieben Sprachen deutet darauf hin, dass das Unternehmen die Nachfrage in verschiedenen Regionen genau beobachtet hat und gezielt ausbaut.

Design trifft Auszeichnung

Kurz nach dem Launch wurde die neue Qlocktwo W mit dem Red Dot Award in der Kategorie Watch Design ausgezeichnet. Die Jury würdigt damit ein Konzept, das seit Jahren konsequent verfolgt wird: Zeit nicht durch Zeiger oder Ziffern darzustellen, sondern durch Sprache. Das Red-Dot-Urteil hebt hervor, dass die Qlocktwo W das „Uhr lesen“ zu seiner ursprünglichen Bedeutung zurückführe – nämlich dem tatsächlichen Lesen von Worten statt dem Interpretieren von Zeigerstellungen.

Das quadratische Gehäuse mit der Buchstabenmatrix bleibt das prägende Merkmal. Frühere Versionen wurden in Gehäusegrößen von 35 mal 35 Millimetern angeboten, in Varianten wie poliertem, gebürstetem oder schwarzem Edelstahl. Ob die neue Generation exakt diese Maße beibehält oder leicht angepasst wurde, lässt sich aus den aktuellen Herstellerangaben nicht eindeutig ableiten.

Einordnung im Marktumfeld

Die Qlocktwo W bewegt sich in einem Segment, das schwer zu greifen ist. Sie ist weder klassische Designuhr noch Smartwatch, sondern eine eigene Kategorie: eine technisch aufgewertete Uhr mit analogem Charakter und digitalem Innenleben. Das Unternehmen Biegert & Funk hat sich mit diesem Konzept eine Nische geschaffen, in der es kaum direkte Konkurrenz gibt.

Während andere Hersteller entweder auf traditionelle Mechanik oder auf umfassende Smart-Features setzen, geht Qlocktwo einen Mittelweg. Die Uhr bietet mehr Funktionalität als ein reines Zeitinstrument, verzichtet aber auf Fitness-Tracking, Benachrichtigungen oder andere typische Smartwatch-Features. Das macht sie interessant für alle, die eine besondere Uhr suchen, ohne täglich ein weiteres Gerät synchronisieren zu wollen.

Andreas Funk, einer der Gründer, erklärt die Philosophie dahinter sinngemäß damit, dass Zeit bewusst sichtbar gemacht werden solle. Die neue Anzeige funktioniere nun „wie selbstverständlich“ – ein Hinweis darauf, dass die technischen Verbesserungen nicht zum Selbstzweck entwickelt wurden, sondern die Nutzererfahrung verbessern sollen, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.

Technische Entwicklung statt Revolution

Die Neuauflage der Qlocktwo W ist keine komplette Neuentwicklung, sondern ein gezieltes Update der bestehenden Plattform. Die Grundidee – Zeit in Worten anzuzeigen – bleibt unverändert. Was sich geändert hat, ist die technische Umsetzung: Gyrosensor statt reinem Knopfdruck, automatische Helligkeitsregelung statt manueller Einstellung, App-Steuerung statt Konfiguration über Drücker am Gehäuse, integrierter Akku statt Batterie.

Diese Verbesserungen machen die Uhr alltagstauglicher, ohne ihr Wesen zu verändern. Das ist eine kluge Strategie für ein Produkt, das bereits eine eingeschworene Fangemeinde hat. Radikale Änderungen hätten das Risiko geborgen, genau die Kunden zu verlieren, die das ursprüngliche Konzept schätzen. Stattdessen hat Qlocktwo die Schwachstellen der ersten Generation adressiert und die Stärken beibehalten.

Rückkehr mit Ankündigung

Die Tatsache, dass die Qlocktwo W zwischenzeitlich aus dem Sortiment genommen wurde, lässt Raum für Spekulationen. War die erste Generation technisch nicht ausgereift genug? Gab es Produktionsprobleme? Oder wollte das Unternehmen bewusst eine Pause einlegen, um eine verbesserte Version zu entwickeln? Die verfügbaren Quellen geben darauf keine eindeutige Antwort. Klar ist: Die Neuauflage wurde offenbar mit Bedacht vorbereitet.

Die technischen Verbesserungen sind keine kosmetischen Anpassungen, sondern substanzielle Upgrades, die Entwicklungszeit erfordert haben. Die Auszeichnung mit dem Red Dot Award kurz nach dem Launch deutet darauf hin, dass auch die Designjury die Weiterentwicklung als gelungen bewertet. Für potenzielle Käufer ist die Rückkehr der Qlocktwo W eine Gelegenheit, ein gereiftes Produkt zu erwerben, das die Kinderkrankheiten der ersten Generation hinter sich gelassen hat. Die Kombination aus bewährtem Designkonzept und aktueller Technik dürfte sowohl Bestandskunden als auch Neuinteressenten ansprechen.

qlocktwo.com – QLOCKTWO W – Designer-Uhr mit ikonischer Wortanzeige

insight-luxury.com – Wortmatrix fürs Handgelenk – die Qlocktwo W ist wieder da

red-dot.org – QLOCKTWO W

watchtime.net – Biegert & Funk: Qlocktwo W Golden Words und Qlocktwo W Fine Steel

design-bestseller.de – Qlocktwo W: Die Quadratuhr der Zeit fürs Handgelenk

wohn-design.com – Die Armbanduhr QLOCKTWO W ist wieder da

(c) Foto: qlocktwo.com, QLOCKTWO