Bei Omnicom Media gibt es einen bemerkenswerten Führungswechsel: Susanne Grundmann übernimmt die globale Leitung des Medianetworks Initiative. Die bisherige EMEA-Chefin von PHD bringt eine beeindruckende Erfolgsbilanz mit, insbesondere durch ihre Arbeit für den Volkswagen-Konzern. Gleichzeitig wird die US-Führungsstruktur neu aufgestellt, um das anhaltende Wachstum der Agenturgruppe weiter zu beschleunigen.
Vom deutschen Markt an die globale Spitze
Susanne Grundmann kennt das Geschäft von Omnicom Media aus verschiedenen Perspektiven. Seit 2018 hat sie sich innerhalb der deutschen Omnicom-Media-Gruppe kontinuierlich nach oben gearbeitet. Ihr Weg führte sie zunächst als Chief Strategy Officer zu OMD, wo sie 2020 zur CEO aufstieg. Seit 2022 verantwortet sie als Chief Global Client Officer die strategisch wichtige Volkswagen Group.
Ihre Karriere begann allerdings außerhalb der Agenturwelt. Bei Mediacom, einer WPP-Mediaagentur, sammelte sie erste Erfahrungen, bevor sie verschiedene Marketingpositionen beim Kamerahersteller Nikon übernahm. Dort leitete sie unter anderem die Abteilung für Marketingkommunikation und Branding. Diese Kombination aus Agentur- und Unternehmensseite prägt ihren Führungsstil bis heute.
Der Aufstieg von Grundmann reiht sich in eine deutsche Erfolgstradition bei Omnicom Media ein. Florian Adamski, ehemaliger Geschäftsführer von OMD Deutschland, schaffte es als Global CEO bis an die Spitze von Omnicom Media in New York. Diese Kontinuität zeigt, dass die Strukturen und das Know-how aus Deutschland international hoch geschätzt werden.
Neuaufstellung der US-Führung schafft Raum für Wachstum
Die Beförderung von Grundmann geht mit einer strategischen Umstrukturierung einher. Stacy DeRiso, die bisher sowohl als Global Brand President als auch als US CEO von Initiative fungierte, wechselt in die neu geschaffene Position des General Managers US bei Omnicom Media. Diese Trennung der Rollen ermöglicht eine klarere Fokussierung auf die jeweiligen Märkte. Rob DiGiovanni übernimmt DeRisos bisherige US-CEO-Position bei Initiative. Er bringt vier Jahre Erfahrung als President und Global Business Lead mit und hat in dieser Zeit Großkunden wie IBM in der EMEA-Region betreut.
Warum diese Personalentscheidung strategisch klug ist
Florian Adamski, der die Entscheidung maßgeblich mitgetragen hat, hebt zwei Kernkompetenzen hervor: Grundmann habe bewiesen, dass sie Transformationen vorantreiben, die Produktqualität steigern und leistungsstarke Teams in komplexen internationalen Märkten aufbauen kann. DiGiovanni wiederum könne Kundenbeziehungen ausbauen, Teams inspirieren und messbare geschäftliche Mehrwerte schaffen.
Die Führungswechsel erfolgen zu einem günstigen Zeitpunkt. Omnicom Media verzeichnet nach eigenen Angaben anhaltendes Wachstum und konnte seit Jahresbeginn prominente Etats wie Delta, Dyson, IBM, Xiaomi, SkyShowtime, Raymour & Flanigan und Mark Anthony Beverages gewinnen. Das Gesamtvolumen der gewonnenen Etats liegt bei über zwei Milliarden US-Dollar.
Besonders aussagekräftig ist die Position im Branchenvergleich: Das Echtzeit-Dashboard von COMvergence listet Omnicom Media als weltweit erfolgreichste Mediaagenturgruppe im Neugeschäft. Mit einem Netto-Neugeschäft von 1,35 Milliarden US-Dollar führt die Gruppe die Rangliste an. Diese Kennzahl berücksichtigt Gewinne abzüglich Verluste, ohne Vertragsverlängerungen einzurechnen.
Die erweiterte Agenturlandschaft nach der IPG-Übernahme
Seit Ende 2025 gehören durch die Übernahme von Interpublic Group (IPG) durch Omnicom auch die Networks UM und Initiative zur Mediaagentursparte. Damit umfasst die Gruppe neben den etablierten Marken OMD und PHD nun vier große Networks. Diese Konstellation eröffnet neue Möglichkeiten für Synergien und Cross-Network-Kooperationen, stellt die Führung aber auch vor die Herausforderung, unterschiedliche Unternehmenskulturen zu integrieren.
Grundmann steht nun vor der Aufgabe, Initiative global auszurichten und dabei die Stärken der verschiedenen Märkte zu nutzen. Ihre Erfahrung mit internationalen Großkunden wie Volkswagen dürfte ihr dabei zugutekommen. Die Automobilbranche gilt als besonders anspruchsvoll, was Mediaplanung und -strategie angeht, da sie sowohl B2C- als auch B2B-Elemente vereint und stark regional differenziert agieren muss.
Führungswechsel als Signal für kulturellen Wandel
Die sofortige Wirksamkeit der Personalentscheidungen unterstreicht die Dringlichkeit, mit der Omnicom Media die Transformation vorantreiben will. In einer Branche, die sich durch Technologiewandel, veränderte Mediennutzung und neue Anforderungen an Datenanalyse rasant entwickelt, sind flexible Führungsstrukturen entscheidend. Grundmanns Hintergrund als Chief Strategy Officer zeigt, dass strategisches Denken in ihrer neuen Rolle eine zentrale Bedeutung haben wird.
Die Tatsache, dass mit Grundmann eine Frau an die Spitze eines globalen Medianetworks rückt, ist auch ein Zeichen für den Wandel in der Agenturbranche. Traditionell männerdominierte Führungsetagen öffnen sich zunehmend für diverse Perspektiven. Dies ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch ein Wettbewerbsvorteil in einem Markt, der Kreativität und unterschiedliche Sichtweisen belohnt.
Neue Führung, bewährte Erfolgsformel
Die Beförderung von Susanne Grundmann zur globalen Chefin von Initiative markiert einen wichtigen Meilenstein für Omnicom Media. Mit ihrer Kombination aus strategischem Weitblick, internationaler Erfahrung und nachgewiesener Kompetenz im Umgang mit Großkunden ist sie gut positioniert, um das Network in eine erfolgreiche Zukunft zu führen. Die parallele Neuaufstellung der US-Führung schafft klare Verantwortlichkeiten und ermöglicht es beiden Führungskräften, sich auf ihre jeweiligen Stärken zu konzentrieren. Für die Branche ist dieser Schritt ein Signal, dass Omnicom Media seine Marktposition nicht nur verteidigen, sondern weiter ausbauen will.
meedia.de – Susanne Grundmann ist neue weltweite Chefin des Medianetworks Initiative (Reiner Kepler)
new-business.de – Susanne Grundmann steigt zur globalen Initiative-Chefin auf
© Foto: Omnicom












